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Schwerter sammelte Kinderpornos

Gericht zeigt Milde für Wiederholungstäter

Schwerte Aufatmen bei einem Kinderporno-Sammler aus Schwerte: Das Hagener Landgericht hat dem 44-Jährigen am Freitag doch noch die ersehnte Bewährungschance eingeräumt.

Gericht zeigt Milde für Wiederholungstäter

Das Gericht zeigt Milde bei einem Kinderpornosammler. Foto: picture alliance / dpa

In letzter Sekunde hat ein Kinderporno-Sammler aus Schwerte doch noch den Gang ins Gefängnis abgewendet. „Nutzen Sie diese Chance“, gab der Vorsitzende Richter Dieter Krause dem Angeklagten mit auf den Heimweg. „Noch einmal werden Sie diese Milde vom Gericht nicht mehr erwarten können.“

Der Angeklagte ist das, was man einen klassischen Wiederholungstäter nennt. Vor acht Jahren wurde er zum ersten Mal mit Kinderporno-Bildern erwischt. Es kam zum Prozess, der Schwerter erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Kurz nachdem die Bewährungszeit abgelaufen war, machte er aber anscheinend weiter, als sei nichts passiert. Als eine Freundin in einem unbeobachteten Moment auf sein Handy guckte, traute sie ihren Augen nicht. Sofort erstattete die Frau Anzeige.

Dem Täter die Augen geöffnet

„Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich froh bin, dass es so gekommen ist“, sagte der 44-Jährige am Freitag. Denn das erneute Strafverfahren schaffte es, ihm endlich die Augen zu öffnen. „Ich habe inzwischen eingesehen, wie schlimm das ist, was ich gemacht habe“, sagte der Angeklagte. Vorher habe er alles immer nur verdrängt gehabt. Doch damit sei es jetzt vorbei.

In der Tat hat der Schwerter in den vergangenen Monaten Vieles unternommen, was auf eine positive Zukunft hindeutet. Er hat endlich dem Alkohol abgeschworen und eine Therapie erfolgreich absolviert. „Gar nicht so leicht“ sei das gewesen, sagte er den Hagener Richtern. „Aber ich wusste immer, dass es ohne das nicht gehen würde.“

Ein Mal in der Woche Sexaltherapie

Seit Anfang 2017 besucht er außerdem einmal pro Woche die Sitzungen einer Sexualtherapie. Zusammen mit anderen Männern arbeitet er mithilfe von Psychologen sein Sexualleben auf. Es sei erschreckend, wie leichtgläubig und desinteressiert er immer gewesen sei, sagte er am Freitag. Erst die Sitzungen in Dortmund würden ihm die Augen öffnen.

Die Richter um den Vorsitzenden Krause hatten da genug gehört. Sie hielten es für vertretbar, dem Angeklagten noch einmal die ersehnte Bewährungschance einzuräumen. Allerdings wollten sie verhindern, dass die Strafe nunmehr nur noch auf dem Papier existiert und der Angeklagte sie gar nicht richtig zu spüren bekommt. Daher legten sie fest, dass er seine ambulante Sexualtherapie unbedingt weitermachen muss. Sollte er die Sitzungen in Dortmund nicht mehr besuchen, muss er damit rechnen, dass die Bewährung widerrufen wird und er die Strafe doch noch im Gefängnis absitzen muss.

3000 Euro für den Kinderschutzbund

Gleiches gilt für den Fall, dass er die zweite Auflage der Richter nicht erfüllt. Diese besteht darin, in monatlichen Raten von 100 Euro insgesamt 3000 Euro an den Kinderschutzbund zu zahlen. Möglich sollte dies dem Mann allemal sein. Er verdient rund 1500 Euro netto monatlich. Und er lebt allein.

„Eine Freundin ist zurzeit für mich einfach kein Thema“, sagte er auf Nachfrage der Richter. „Ich muss erst einmal mein Leben wieder auf die Reihe bekommen und die Therapie erfolgreich abschließen.“ Mit 44 Jahren sei er ja auch noch nicht zu alt für einen Neuanfang. „Ich habe ja noch Zeit“, sagte er den Richtern.

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