Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Schwerterin engagiert sich für Hunde in Osteuropa

Einsatz für ein Tierleben ohne Leid

Schwerte Vor zwei Jahren lag Sissy abgemagert und völlig verwahrlost an einer Kette in einem mickrigen Holzkasten. Jetzt tobt sie munter mit Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky. Und Sissy ist nicht der einzige Hund, den die beiden Tierschützerinnen mit ihrem Verein gerettet haben.

Einsatz für ein Tierleben ohne Leid

Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky mit ihren geretteten Hunden Nala, Carlos, Sissy, Lala, Rysiu und Molly. Foto: Bernd Paulitschke

Maja Kaminsky parkt ihr Auto vor dem Haus, öffnet die Türen und sofort springen ihre drei Hunde aufgeregt aus dem Auto. Trotz des kalten Wetters trägt Kaminsky ein weißes T-Shirt mit der grauen Aufschrift „PAU – People and animals united e.V“. Kaminsky engagiert sich für diesen Tierschutzverein und hat in dem Rahmen unter anderem auch ihre drei Hunde gerettet. Ein paar Schritte weiter öffnet Anja Szczypiorski, ebenfalls im PAU-T-Shirt, die Haustür – und auch ihre drei Hunde mogeln sich schnurstracks nach draußen.

Lachend begrüßen Maja Kaminsky und Anja Szczypiorski sich, dann rufen sie die tobende Hundebande zusammen: „Nala, Carlos, Sissy, Lala, Rysiu, Molly kommt!“ Es dauert eine Weile, bis alle Hunde wieder drinnen im Warmen sind. „Also langweilig wird uns nie“, schmunzelt Anja Szczypiorski. Anfang vergangenen Jahres hat sie den Tierschutzverein PAU mitgegründet. Zwei ihrer drei Hunde waren ebenfalls in Not und wurden im Rahmen des Tierschutzvereines von Kaminsky und Szczypiorski gerettet, aufgenommen und aufgepäppelt. „Sissy feiert heute ihr zweijähriges neues Leben nach ihrer Rettung. Sie wurde an der Kette gehalten, sechs Jahre lang in Ungarn. Als wir Sissy gefunden haben, war sie total abgemagert und hatte eine Rippe gebrochen.“

Jetzt tobt die kleine, beigefarbene Hündin munter durch das Wohnzimmer und spielt mit ihrem Geburtstagsknochen. „Bei Verletzungen dauert es, bis alles wieder verheilt ist. Aber die seelischen Wunden heilen meistens erstaunlich schnell: Die Hunde sind sehr dankbar und entwickeln rasch wieder neues Vertrauen. Nur ein paar psychische Schäden bleiben natürlich. Wurden sie zum Beispiel häufig mit einer Zeitung geschlagen, bleibt die Angst vor Zeitungen.“

„Wir machen auf Missstände aufmerksam“

Kaminsky und Szczypiorski haben nicht nur ihren Hunden ein neues Leben geschenkt. Gemeinsam mit PAU betreiben sie Tierschutzarbeit vor Ort im In- und Ausland, retten misshandelte Tiere und setzen sich für ihre Rechte ein. Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky sind auf Polen spezialisiert. „Wir holen dort Hunde von der Kette, kastrieren sie, decken korrupte Tierheime auf und machen auf Missstände aufmerksam“, erklärt Kaminsky. „Wir sind mehrmals im Jahr vor Ort. Das nächste Mal im August.“

Dann wollen die Tierfreundinnen in der polnischen Stadt Slupsk mit Tierärzten vor Ort eine Kastrationsaktion durchführen. An eine vergangene Rettungsaktion erinnert sich Anja Szczypiorski noch ganz besonders: „Das war letztes Jahr im Januar. Da haben wir ein Tierheim in Polen voller Missstände besucht.“ Die Verhältnisse dort seien sehr ärmlich gewesen, beschreibt Szczypiorski die Situation: „Die Tiere haben auf Paletten geschlafen und unpassendes Futter bekommen. Sie haben finanzielle Probleme vor Ort.“ Mit dem Geld und der Unterstützung von PAU soll sich das ändern.

Die Tiere sollen warme Decken im Winter und artgerechtes Futter bekommen. Um sicher zu stellen, dass die Gelder auch zweckmäßig verwendet werden, haben Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky mit der Stadtverwaltung einen Vertrag ausgearbeitet, den das Tierheim unterzeichnen musste. „Wir dürfen auch unangekündigt vor Ort kontrollieren, wie und ob die Spenden genutzt werden. Und die Stadtverwaltung will auch nach dem Rechten schauen.“ Diese Kontrollen ermöglichen es Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky, einen Überblick darüber zu behalten, wie vertrauenswürdig das Tierheim ist und ob eine weitere Zusammenarbeit in Frage kommt. „Bis jetzt wurden alle unsere Gelder so eingesetzt, wie wir das aufgetragen haben“, zeigt sich Anja Szczypiorski zufrieden.

„Wenn wir ein Tier in Not sehen, versuchen wir, es zu retten“

Der Tierschutzverein PAU kümmert sich nicht nur um Hunde. „Wenn wir ein Tier in Not sehen, versuchen wir, es zu retten, egal ob Hunde, Katzen, Kühe oder Hasen.“ Mehrere Tage pro Woche arbeiten Anja Szczypiorski und Maja Kaminsky nach der Uni und der Arbeit ehrenamtlich für PAU und investieren so viel Zeit und Geld. Neben den beiden engagieren sich noch viele weitere Ehrenamtliche. Mittlerweile gibt es ein großes Netzwerk in ganz Deutschland verteilt bei PAU, das gemeinsam für den Tierschutz kämpft.

Maja Kaminsky erklärt: „Wenn wir Bescheid bekommen, dass ein Tier in Not ist, dann kennt immer irgendwer jemanden, den er anrufen kann, der das Tier unterbringen kann. So ein Netzwerk ist extrem wichtig, wir sind über jeden ehrenamtlichen Helfer dankbar.“ Die meisten Helfer und Mitglieder seien Schwerter: „In Schwerte haben wir über 100 Mitglieder, die spüren auch, dass sie gebraucht werden und helfen gerne mit.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Von Gleis 7 hat die Stadt Schwerte nur aus der Presse erfahren

Verwaltung kein Partner beim Jugendprojekt

Schwerte Per Pressemitteilung erklärte Stadtplaner Adrain Mork am Mittwoch, die Stadt sei kein Projektpartner beim Jugend- und Sozialprojekt Gleis 7. Und auch wenn Mork im Wahlkampf genau dieses Projekt gemeinsam mit dem VSI der Presse vorgestellt hatte, hieß es: Die Stadt habe davon nur aus der Presse erfahren.mehr...

VfL Schwerte hofft weiter auf Kunstrasen

Stadt beauftragt neues Gutachten für Sportplätze

Schwerte Der Kunstrasen auf dem Schützenhof hat seine beste Zeit hinter sich. Da sind sich alle Beteiligten einig. Ob und wann er erneuert wird, steht auf einem anderen Blatt. Und dann bleibt noch die Frage: Wer zahlt dafür?mehr...

Pannen beim Umzug der Grundschule Ergste

Stadt hat seit Jahren zu wenig Personal im Baubereich

Schwerte Einen Tag nach Eröffnung wieder gesperrt. Am dritten Tag wiedereröffnet mit Feuerwehrleuten als Brandwache. Was lief schief beim Schulumzug in Ergste? Stadtarchitekt Marco Tröger gibt Antworten. Klar ist, man hatte zeitlich äußerst knapp kalkuliert.mehr...