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Wohnheim für psychisch Behinderte in Holzen

Anwohner diskutieren emotional über Wohnheim

Der Landschaftsverband stellte in Holzen die Pläne für sein Heim für Menschen mit Behinderungen am Köttersweg vor. Es wurde hitzig diskutiert: Einige Anwohner äußerten große Bedenken und Ängste.

Anwohner diskutieren emotional über Wohnheim

Vertreter des Landschaftsverbandes erläuterten die Pläne für das Heim. Foto: Marc Kaiser

Es war eine hitzige Diskussion am Donnerstagabend in Holzen. Auf Einladung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) versammelten sich rund 70 Holzener Bürger, um sich über das geplante Bauprojekt am Köttersweg 7 zu informieren. Dort soll bis 2020 ein Wohnheim für Menschen mit einer psychischen Behinderung entstehen, das Platz für 24 Patienten bietet, die aufgrund ihrer Erkrankung Unterstützung in ihrem alltäglichen Leben benötigen. „Nur das Zusammenwohnen zeigt den Anwohnern, dass das Zusammenleben mit Menschen mit einer Behinderung eine Bereicherung sein kann“, sagte Klaus Stahl, Fachreferent beim LWL überzeugt.

Nachbarn äußern Bedenken

Das aber sahen einige Anwohner anders. Sie hatten ernsthafte Bedenken, dass von den neuen Nachbarn eine Bedrohung für Leib und Leben ausgehen könnte. „Was machen Sie dagegen, dass so etwas wie kürzlich in Münster nicht passiert?“, fragte einer der Betroffenen und bekam von Klaus Stahl zur Antwort, dass Menschen mit einer psychischen Behinderung signifikant weniger Straftaten begehen würden, als der Rest der Bevölkerung.

Ein anderer Anwohner wollte wissen, wie es denn um den Wertverfall seiner Immobilie stehe. Schließlich würde es ja potenzielle Käufer abschrecken, neben einer solchen Einrichtung zu wohnen. „Sie sind Eigentümer eines Grundstückes und nicht eines anderen Grundstückes. Wir leben in einem freien Staat und jeder hat ein Recht, dort zu wohnen, wo alle anderen auch wohnen“, erwiderte darauf Stahl. Mit diesen Antworten aber waren die Besorgten nicht zufrieden. Die Diskussion wurde zunehmend emotional.

Sorgen vor Wertminderung und Verkehrsaufkommen

Bei anderen Besuchern verursachte dies Kopfschütteln. „Die sollen mal selber in so eine Situation kommen, wo man auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Dann werden sie feststellen, dass psychisch kranke Menschen oftmals ziemlich normal sind und sehr liebenswürdig sein können“, so ein Anwohner, der sich über so manche Äußerung seiner Nachbarn geärgert hatte.


So ging es doch zum großen Teil um die Themen Wertminderung, erhöhtes Verkehrsaufkommen, Straßenschäden und um etwaige Straftaten durch die zukünftigen Bewohner. „In 24 Monaten entsteht nicht genug Last beim Bau auf den Straßen am Wohnheim. Es werden dadurch keine Schäden entstehen“, relativierte der Schwerter Stadtplaner Adrian Mork die Sorgen der Anwohner.

Vorbehalte für zur Eröffnung 2020 abbauen

„Ich habe eine Fürsorgepflicht gegenüber meinen Mitarbeitern und Patienten“, erläuterte Sabine Fischer, Leiterin des LWL-Wohnverbundes Dortmund. „Wir nehmen keine Menschen auf, die wir nicht betreuen können.“ Reinhild Hoffmann, Ratsmitglied und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Holzen, hatte das Treffen angeregt und mitorganisiert. Sie hofft, dass die besorgten Anwohner bis zur Eröffnung 2020 ihre Vorbehalte abbauen können.

Dazu bietet Klaus Stahl an, dass Bedenkenträger doch einmal ähnliche Wohnheime in der Region besuchen und Kontakt zu den Bewohnern aufnehmen. Dazu könne man ihn unter der E-Mail-Adresse klaus.stahl@lwl.org kontaktieren.

Von Marc Kaiser

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