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Erler Kindertagespflege „Naseweis“

„Wir haben schon den Großelternstatus“

Erle Viele können den Tag kaum erwarten, wenn sie mit 65 aus dem Berufsleben ausscheiden können. Bodo Kammann (66) hingegen absolvierte im Jahr vor der Rente erst mal eine Ausbildung: zum Tagesvater.

„Wir haben schon den Großelternstatus“

Heike und Bodo Kammann sorgen in der integrativen und inklusiven Kindertagespflege „Naseweis“ in Erle dafür, dass bei Lamik, Jule und Anela (vorne v.l.) sowie Max (hinten r.) und fünf weiteren Kindern keine Langeweile aufkommt. Foto: Foto: Berthold Fehmer

Der ausgebildete Versicherungskaufmann und Generalagent war vor drei Jahren mit seiner Frau Heike (54) von Dorsten, wo sie in Sachen Karneval zuvor höchst aktiv waren, nach Erle gezogen. Erst in den Ortskern – „da war es uns aber zu laut“. Ein Jahr später ging es an die Osterlandwehr 25. Heike Kammann hatte Hauswirtschaft und Kinderpflege gelernt. Ihre Arbeitsstelle lag in Essen. „Das war zu weit weg, und so kam die Idee, so was doch auch von hier zu Hause machen zu können“, sagt Bodo Kammann.

Neun Kinder

Nach der erforderlichen Ausbildung öffneten sie vor zwei Jahren die integrative und inklusive Kindertagespflege „Naseweis“, in der neun Kinder von einem bis neun Jahre betreut werden – maximal fünf gleichzeitig. Zwei Kinder mit Migrationshintergrund sind darunter, ein Kind mit Down-Syndrom. Dafür haben die Kammanns weitere Ausbildungen und Lehrgänge absolviert.

Gerade in den Randzeiten, wenn Kindergärten und Schulen geschlossen sind, oder bei Krankheitsfällen sind die Kammanns für Kinder und Eltern da, die aus Dorsten, Schermbeck, Brünen und Borken-Gemen stammen.

Ab 6.45 Uhr kommen die ersten Kinder, die zum Schlafen im Obergeschoss ins Bett gelegt werden. Bis 8.30 Uhr trudeln weitere ein. „Dann frühstücken wir zusammen“, sagt Bodo Kammann. Schnell bekommen die Kleinsten mit, was auch er gern mag: „Rührei. Die können fast nichts sagen. Aber: ‚Bodo, Ei!‘“

Lernen beim Spielen

Dann wird gespielt. Meistens im Garten, wo Rutsche, Bällebad, Sandkasten und viele Dinge mehr locken. Oder drinnen, wo die Kinder gerne mit Puppenwagen ihre Runden drehen. Oder die umfangreiche Spielesammlung ausprobieren. „Die Kinder lernen beim Spielen“, sagt Heike Kammann. Auch Jack-Russell-Mischlingshündin „Lilly“ wird gern ins Spiel einbezogen – „wie ein Therapiehund“, sagt Bodo Kammann. Er dreht gern mit den Kindern eine Runde zu den nahegelegenen Bauernhöfen, wo man Kälbchen streicheln kann, oder Eier und Obst gekauft wird. Der nahe Fischteich ist ebenfalls immer wieder ein begehrtes Ziel der Kinder.

Gegen 12 Uhr schlafen die Kinder, anschließend gibt’s selbst gekochtes Mittagessen. Etwa gegen 15 Uhr steht der Wechsel an – für die kleineren Kinder geht’s nach Hause, die Schulkinder kommen. „19 Uhr sind alle weg“, sagt Kammann, wobei das eigentlich nicht stimmt. Wenn etwa eine alleinerziehende Mutter berufsbedingt verreist, können die Kinder bei den Kammanns übernachten. Auch mal von freitags auf samstags.

„Das hält mich jung“

Zwölf Stunden täglich fünfmal die Woche haben die Kammanns also „Remmidemmi“ im Haus. „Das hält mich jung. Ich habe schon zehn Kilo abgenommen“, sagt Bodo Kammann schmunzelnd. Viele Eltern seien aber überrascht, wie ruhig ihre Kinder bei den Kammanns seien. „Wir haben schon ein bisschen den Großelternstatus“, erklärt er sich das. Die Kammanns besuchen auch die Familien, schauen sich die Gepflogenheiten dort an und übernehmen Fahrdienste.

Sechs Kinder haben Bodo und Heike Kammann insgesamt groß gezogen. „Die sind aber schon alle groß. Wir sind eine Patchwork-Familie.“ Für Bodo Kammann war der Schritt vom Versicherungskaufmann zu Tagesvater also nicht groß, wie man denken könnte: „Die Kinder leben hier mit uns zusammen.“

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