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An der Stockbreede

Nachbarn wehren sich gegen geplantes Baugebiet

Raesfeld Zwei neue Wohnbaugebiete, östlich und westlich der Straße Stockbreede, will die Gemeinde ausweisen. In der Nachbarschaft formiert sich Widerstand.

Nachbarn wehren sich gegen geplantes Baugebiet

Eine Gruppe von Anliegern will sich gegen weitere Bauvorhaben an der Straße Stockbreede wehren. Ingo Nattefort (l.) zeigt einen Teil der Unterschriften, die bereits gegen die Pläne der Gemeinde gesammelt wurden. Foto: Berthold Fehmer Foto: Foto: Berthold Fehmer

Die Nachfrage habe bislang die Erwartungen „mehr als erfüllt“, sagte Erster Beigeordneter Martin Thesing am Montag in der Sitzung des Planungsausschusses über das Baugebiet Stockbreede, zu der auch einige Anwohner erschienen waren.

Eigentlich, so Thesing, habe die Gemeinde geplant, mit den bisher angebotenen Flächen bis 2019 auszukommen. „Der Verkauf hat eine andere Entwicklung gezeigt.“ Im Regionalplan ist das Gebiet für den Wohnungsbau vorgesehen. Die Gemeinde, so Thesing, habe einige Flächen erwerben können („gut acht Hektar“), die Platz für etwa 200 weitere Bauplätze bieten könnten. „Wir wollen diese aber nicht alle auf einmal der Planung zur Verfügung stellen.“ Etwa 45 Bauplätze, schätzt Thesing, könnten die beiden neuen Wohnbauflächen bieten.

Nachbarn wehren sich gegen geplantes Baugebiet

Rot markiert sind die beiden geplanten Bauflächen, die die Gemeinde ausweisen will. Grafik: Mühe

Vom Ausschuss einstimmig beschlossen wurde, dass die Gemeinde für diese Flächen nun Bebauungspläne aufstellen soll. Wobei zunächst rund 20 Träger öffentlicher Belange zu befragen sind. „Nach Vorprüfung sind wir guter Dinge, dass wir das hier umsetzen können“, so Thesing.

Auch Karl-Heinz Tünte (CDU) sah „gute Voraussetzungen“, mahnte aber auch an, dass ein vernünftiges Erschließungskonzept sicherstellen müsse, „dass auch Erweiterungen noch möglich sind“. Rupert Koller (UWG) befürwortete, dass die Gemeinde für junge Familien die Grundstückspreise im Rahmen halten solle. Demnächst müsse man dort auch über einen Kindergarten nachdenken, da die Kapazitäten in Raesfeld ansonsten erschöpft seien. Richtig sei, eher kleinere Parzellen auszuweisen anstelle des ganzen Gebiets, „damit man dort nicht erst mal fünf Jahre Baustelle hat, sondern die Gebiete kurzfristig zulaufen können“.

Baubeginn Ende 2019

Von Arno Berning (CDU) nach der zeitlichen Perspektive befragt, sagte Thesing: „Wenn alles gut und glatt laufen würde, könnten wir im Frühjahr 2019 eine Erschließung voranbringen, Ende 2019 könnte mit dem Bau begonnen werden.“

Dagegen wollen sich Anwohner wehren. Ihnen sei vor dem Bau ihrer Häuser suggeriert worden, „in den nächsten 15 Jahren passiert da nichts“. Ingo Nattefort glaubt, dass die Nachbarn die Planung wohl nicht verhindern können. Aber: „Wir prüfen, wie wir das so lange wie möglich rauszögern können.“

Mehr als 50 Unterschriften haben die Anwohner bereits gesammelt, „in der Kürze der Zeit“, wie eine Anwohnerin sagt. Viele fühlen sich „überrumpelt“. Als es kürzlich bei zwei von der Gemeinde angebotenen Terminen um den Straßenausbau in ihrem Gebiet gegangen sei, seien ausgerechnet die Anwohner über die neuen Pläne nicht informiert worden, die relativ nah an den beiden geplanten Baugebieten liegen, sagen sie.

Straßenausbau

Den geplanten Straßenausbau stellte Theo Passier, Leiter der Bauverwaltung, in der Sitzung des Bauausschusses am Montag vor. Bis Mitte 2019 sollen die Straßen fertig sein. Die meisten Straßen werden verkehrsberuhigt ausgebaut, längere Straßen wie die Von-Galen-Straße werden auf Tempo 30 beschränkt sein. „Da akzeptiert keiner Tempo sieben“, so Passier.

Arno Berning fragte, ob es Sinn mache, die Straßen jetzt schon auszubauen, wenn demnächst weiterer Bauverkehr zu erwarten sei. Dieses Problem werde sich nicht ergeben, antwortete Passier, denn der Bauverkehr werde vom Südring zu den Flächen fahren, „auf alle Fälle nicht durch das Baugebiet“. Einstimmig beschloss der Ausschuss den Straßenausbau.

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