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Gesamtschüler erhielten Sprachnachricht

Morddrohung per Handy

Raesfeld „Hi, ich bin Niko und neun Jahre alt und habe keine Hände mehr, und mein Gesicht ist voller Narben und Blut.“ So beginnt eine Sprachnachricht, die kürzlich per WhatsApp unter Raesfelder Gesamtschülern kursierte.

Morddrohung per Handy

Eine verstörende Sprachnachricht haben einige Schüler der Gesamtschule Borken-Raesfeld in der vergangenen Woche per WhatsApp erhalten. Foto: Foto: Berthold Fehmer


Eine Computerstimme droht darin: „Wenn du diese Nachricht nicht an 20 Leute schickst, komme ich um 0 Uhr zu dir. Du glaubst es nicht? Anna Weinfeld hat es einfach ignoriert, sie glaubte nicht daran. Um 0 Uhr hörte sie komische Geräusche aus dem Flur, sie ging in den Flur und sah mich. Sie schrie um ihr Leben. Aber naja, ich brachte sie um und keiner hat sie mehr wieder gesehen.“

In ähnlicher Weise geht die Nachricht weiter. Andere Personen, die sich angeblich nicht an die Aufforderung, die Nachricht weiter zu schicken, gehalten hätten, seien im Rollstuhl gelandet oder ihre Mutter sei ermordet worden. Ein „Lars Berger“ hingegen, der die Nachricht weitergeschickt habe, „ist reich geworden“.

Für Erwachsene ist das schnell als ganz schlechter Scherz erkennbar. Bereits 2013 berichtete der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch „Mimikama“ über diese Kettenbrief-Sprachnachricht mit der Empfehlung, sie einfach zu löschen und auf keinen Fall weiterzuleiten. Bei zehn- bis zwölfjährigen Gesamtschülern dürfte die Nachricht aber den einen oder anderen Schrecken ausgelöst haben, glaubt auch Susanne Ebber, stellvertretende Leiterin der Gesamtschule Borken-Raesfeld. Man wolle das Thema in den Klassen ansprechen, sagte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Vater hatte das Thema in einer Raesfelder Facebook-Gruppe öffentlich gemacht.

Schulsozialpädagoge Uli Cluse, der von der Sprachnachricht bis zur Anfrage der Dorstener Zeitung noch nichts gehört hatte, weist darauf hin, dass WhatsApp selbst ein Mindestalter von 13 Jahren voraussetze. Die Realität ist eine andere: Die meisten Schüler haben ein Smartphone und Cluse ist Mitglied von WhatsApp-Gruppen, die es für jede Klasse gibt. Alle Nachrichten, die dort hin- und hergeschickt werden, zu verfolgen, ist ihm allerdings kaum möglich: „Das sind Hunderte pro Tag.“

Medienscouts
Cluse verweist auf „Medienscouts“ an der Schule: Sechstklässler, die speziell in Medienfragen ausgebildet wurden. Cluse: „Ich könnte mir vorstellen, dass Schüler eher diese angesprochen haben und das untereinander klären.“ Auch in der Lernzeit Informationstechnische Grundlagenbildung (ITG) würden die Schüler im Umgang mit digitalen Medien und Sozialen Netzwerken im Rahmen des Unterrichts geschult. Auch dort könne man solche Sprachnachrichten zum Thema machen.

Cluse sieht ein besonderes Problem darin, dass Schüler sehr schnell sehr viele WhatsApp-Gruppen gebildet hätten. Teilweise auch solche, in denen Mobbing gegen Klassenkameraden betrieben werde. Es gebe Kinder, bei denen es soweit gehe, dass sie Angst hätten, das Smartphone aus der Hand zu legen, weil man sonst etwas verpassen könne.

Uli Cluses eigene Tochter (12) habe zwar auch ein Smartphone, mit dem sie allerdings nur per WLAN auf das Internet zugreifen könne. „Ich habe ihr gesagt: Wenn du alleine für einen Tag nach München reisen würdest – was würdest du da machen?“ Relativ schnell sei der Zwölfjährigen klar geworden, dass diese Vorstellung etwas beängstigend sei. Cluse sagte daraufhin zu ihr: „Und genau so ist das für mich, wenn du allein im Internet unterwegs bist.“ Wichtig sei, dass die Eltern ihre Kinder beim Umgang mit den digitalen Medien begleiteten.

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