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Ginsterstraße

Hausbau auf Grünfläche ärgert die Nachbarn

Erle Der Bau eines Hauses auf einer ehemaligen Grünfläche in der Erler Ginsterstraße ärgert viele Nachbarn. „Ich hätte mein Haus verkauft, wenn ich das geahnt hätte“, sagt etwa Anwohnerin Anne Fasselt.

Hausbau auf Grünfläche ärgert die Nachbarn

Dass die ehemalige Grünfläche an der Ginsterstraße mit einem Wohnhaus überbaut wird, ärgert viele Nachbarn. Foto: Berthold Fehmer

Als „Verkehrsfläche“ war das Grundstück, auf dem nun gebaut wird, in den 1980er-Jahren gewidmet worden. Faktisch war es eine Grünfläche mit sechs Bäumen und Sträuchern. „Wir durften selber abstimmen, was wir gerne hinhätten“, sagt Ulrike Schröler: „Ein Weg war uns wichtig.“

„Die Sträucher wurden größer, bis sie bei uns aufs Grundstück wuchsen“, schildert Annette Platzek die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Einig sind sich die Nachbarinnen, dass die Gemeinde das Grundstück habe „verlottern lassen“, wie Fasselt sagt: Statt einmal im Jahr hätten Mitarbeiter der Gemeinde die Grünfläche zweimal im Jahr pflegen müssen.

Beschwerden von Bürgern über den Zustand der Fläche („Hundetoilette“) hatte die Gemeinde Ende 2015 als Grund dafür ins Feld geführt, dass man die 385 Quadratmeter, über die ein Weg führte, überbauen lassen wolle. Auf einen Beschluss des Arbeitskreises Grünflächenpflege hatte die Gemeinde zuvor das Grundstück „abgeräumt“. Die Rasenfläche sei eine schöne, saubere Lösung gewesen und die meisten Hundebesitzer hätten die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner mit Beutelchen entfernt, widersprechen die Nachbarinnen. Laut Renate Roring hätten die Nachbarn bei der Entstehung des Wohngebiets vor mehr als 30 Jahren für die Straßenherstellung zuviel gezahlt, seien aber mit dem Satz, dafür erhalte die Nachbarschaft ja die Grünfläche, seitens der Gemeinde abgespeist worden.

Zwei Verfahren

Der Erste Beigeordnete, Martin Tesing, zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung verwundert, dass nun Vorwürfe erhoben werden. Denn gleich zweimal hätten Bürger sich bei dem Vorhaben in der öffentlichen Beteiligung äußern können, in denen die Pläne jeweils vier Wochen lang öffentlich auslagen. Fünfmal berichtete unsere Zeitung über den Fortschritt des politischen Prozesses, der in Ausschüssen und Rat stets einstimmig von der Politik beschlossen wurde. „Das ist uns durchgegangen“, sagt Fasselt: Man habe auch nicht geglaubt, dass die Gemeinde für das kleine Grundstück einen Käufer finde. Leicht sei das bei diesem Grundstück in der Tat nicht gewesen, gibt Tesing zu. Sagt aber auch: „Wir wollten das Grundstück loswerden.“

Die Nachbarinnen sind sich einig, dass man gerne von der Gemeinde im Vorfeld der politischen Beschlüsse eine Nachricht erhalten hätte und wünschen, dass bei künftigen Bauvorhaben im Gemeindegebiet die Nachbarschaft frühzeitig informiert wird.

Einem direkten Nachbarn habe man die Fläche angeboten, so Tesing, der habe aber abgelehnt. Am Langenkamp etwa habe man vor Kurzem eine solche Informationsveranstaltung durchgeführt – da gehe es aber auch um mehrere Grundstücke. Für die Gemeinde sei zudem schwierig zu beurteilen: „Wer ist Nachbar? Sind das 3, 5 oder 20?“

„Komplett umschlossen“

„Komplett umschlossen“, fühlt sich Anne Fasselt mittlerweile von der Bebauung. Neben der Wertminderung, die sie für ihr Haus vermutet, habe sie Schwierigkeiten, vom Grundstück mit dem Auto herunterzukommen.

Auch die anderen Nachbarinnen sehen Verkehrprobleme aufgrund der Baustelle, aber auch in Zukunft in dem verkehrsberuhigten Bereich. „Wir sehen tagtäglich, wie sich die Autos hier durchquälen.“

Dass es dort eng sei, gibt Tesing zu. Und sagt, dass er die Stelle für die nächste Verkehrsschau im Februar/März in die Liste der Ortstermine aufnehmen wolle. Die Polizei habe dort kürzlich keinen Handlungsbedarf gesehen.

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