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Gelsenwasser nimmt Stellung

„Sythener Wasserproblem belastet Olfen nicht“

Olfen Der Gelsenwasser-Betriebsdirektor hat dem Haupt- und Finanzausschuss das Wasserversorgungskonzept vorgestellt. Er gibt Entwarnung in mehreren Bereichen.

„Sythener Wasserproblem belastet Olfen nicht“

Auch in den nächsten zehn Jahren wird ausreichend Trinkwasser für Olfen zur Verfügung stehen, wie Gelsenwasser jetzt versichert hat. Foto: picture alliance / dpa

1300 Haushalte in Haltern-Sythen dürfen ihren Rasen nicht mit Grundwasser sprengen, weil es durch hochgiftige Sprengstoffrückstände verseucht sein könnte: ein in dieser Dimension bundesweit einzigartiges Altlastenproblem. Olfener, die auch Wasser aus dem Stausee der Nachbarstadt Haltern beziehen, bräuchten sich deshalb aber keine Sorgen zu machen, sagte Manfred Hochbein, Betriebsdirektor von Gelsenwasser.

Warum das so ist und ob die Wasserversorgung mittelfristig sicher ist, steht im neuen Wasserversorgungskonzept, das Hochbein dem Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag vorgestellt hat. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten daraus zusammengestellt.

Wie ist die Qualität des Wassers, das aus dem Hahn kommt? „Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet“, hatte das Umweltbundesamt bereits 2017 mitgeteilt. Die EU-Kommission hatte Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits wegen der Nicht-Einhaltung der EU-Nitratrichtlinie verklagt. Im ebenfalls landwirtschaftlich geprägten Olfen sei die Situation entspannt, so Hochbein: „Wir messen 18 Milligramm Natrium pro Liter.“ Der Grenzwert liege bei 200. Bei Nitrat liege Olfen ebenfalls unter dem Grenzwert, wenn auch weniger deutlich: 16,8 Milligramm pro Liter werde gemessen, 50 seien erlaubt.

Reicht das Wasser mittelfristig aus? Mehr als das. Gelsenwasser geht dabei in dem Wasserversorgungskonzept sogar von Bevölkerungswachstum aus: eine Prognose, der Bürgermeister Wilhelm Sendermann widersprach. Wie groß die Reserven sind, lasse sich am Strukturwandel ablesen, sagte er mit Verweis auf die bevorstehende Schließung der letzten Steinkohlezeche. „Jede Zeche hat im Jahr durchschnittlich so viel Wasser verbraucht wie eine Stadt mit 50.000 Einwohnern.“

Gibt es eigentlich noch Bleirohre? Nein. Seit Anfang der 1950er-Jahre seien sie nicht mehr verbaut worden, so Hochbein. Die letzten seien in den 1970er-Jahren ausgetauscht worden.

Wie steht es um die Qualität des Rohrnetzes? Auch da gibt sich das Unternehmen Bestnoten. „Wir hatten in den Jahren 2012 bis 2016 rund 2,2 Rohrschäden pro Jahr.“ Diesen geringen Wert führt Hochbein darauf zurück, „dass wir bei jeder Gelegenheit, wenn Straßen und Wege erneuert werden auch unsere Leitungen erneuern. Investitionsstau gibt es nicht.“

Und was ist mit dem durch TNT belastete Wasser in Haltern-Sythen, wo seit 1898 es Sprengstoffe produziert werden? Für den Ortsteil Sythen verhängte der Kreis Recklinghausen ein Nutzungsverbot für Grundwasser.

dzGiftige Wasag-Altlasten belasten Grundwasser in Haltern-Sythen

Darum sind die Brunnen absolut tabu

Sythen 1300 Haushalte in Haltern-Sythen dürfen ihren Rasen nicht mit Grundwasser sprengen, weil es durch hochgiftige Sprengstoffrückstände verseucht sein könnte. Das Altlastenproblem ist in seiner Dimension bundesweit einzigartig und wird auch künftige Generationen noch beschäftigen.mehr...

Davon sind mittlerweile 1300 Haushalte betroffen. Hochbein sieht darin kein akutes Problem, wie er im Ausschuss mitteilte. „Wir haben 20 bis 30 Jahre, bis die Sprengstoffrückstände die Talsperre erreichen.“ Bis dahin werde es bessere Filtertechnik geben, ist er zuversichtlich.

Warum hat sich Haupt- und Finanzausschuss überhaupt mit dem Thema Wasser beschäftigt? Weil er es musste, genauso wie der Stadtrat. Seit 2017 sind Kommunen verpflichtet, ein Wasserversorgungskonzept vorzulegen, das feststellt, ob die Wasserversorgung auch in Zukunft sichergestellt ist.

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