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Die neue Recheder Mühle

OLFEN Der 400-Tonnen-Kran ragt schon seit Mittwoch gen Himmel. In den beiden nächsten Tagen sollte er ein paar schwere Brocken bis zu einer Höhe von 85 Metern zu heben bekommen.

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Über 20 Meter lang sind die Rotorblätter.

Mit einem 400-Tonnen-Kran wurde gestern die erste Windkraftanlage im Olfener Windvorranggebiet Rechede aufgebaut.

Zwischen den Ackerflächen in Rechede wird Olfens erste Windkraftanlage montiert. Dabei greift ein Rad ins andere. Jeder Handgriff sitzt. Fünf Monteure und zwei Elektriker, die so genannten Netzanbinder, sind im Einsatz. Jeder weiß, was er zu tun hat.

Überdimensionaler Modellbausatz

Auf den extra verbreiterten und mit Schotter befestigten Wirtschaftswegen bringen die LKW die Einzelteile der Anlage. Nabe, Flügel, Generator, Gondel, Verkleidungen - alles hebt der Kran von den Ladefläschen und stellt es sachte neben dem Fundament ab. Von Ferne sieht es jetzt aus wie ein überdimensionaler Modellbausatz. Aber die Gewichte sprechen eine andere Sprache. Die Rotorblätter wiegen 2,2 t pro Stück, die Gondel 6 t, die Nabe 8,5 t und der Generator 16 t.

Stahl und Kupfer in großen Mengen

Dann rollen die richtig schweren und langen Transporte an: die drei Stufen des Turms der sich von gut vier Metern Durchmesser bis auf 1,3 Meter nach oben verjüngt. Die untere Sektion wiegt 51, die mittlere 32 und die obere Stufe immerhin noch 17 Tonnen.

So viel Metall wird für die Anlagen gebraucht, dass die Windenergie hinter der Autoindustrie mittlerweile zum zweitgrößten Stahlabnehmer in Deutschland geworden ist, wie Diplom-Ingenieur Robin Borgert nebenbei erzählt. Und der Verbrauch von Kupfer für die Leitungen ist auch nicht von schlechten Eltern.

Monteure klettern in die Höhe

Doch zurück zum Turm: Auf den Betonsockel werden zuerst der Transformator und der Schaltschrank gestellt. Dann hievt der Kran die drei Turmteile nach und nach direkt von den LKW an Ort und Stelle. Die untere Sektion wird auf dem Fundament befestigt. Nun klettern zwei Männer an den im Innern vormontierten Leitern in die Höhe. Oben nehmen sie Stufe 2 in Empfang, die langsam heranschwebt, und verschrauben beide Sektionen miteinander. Die dritte Stufe findet auf die gleiche Weise ihren Platz.

Als nächstes wird die Gondel, das Maschinenhaus, nach oben gehievt und montiert. Und dann folgt der spektakulärste Arbeitsschritt: Der komplette Rotor samt Nabe und Blättern wird in einem Stück in luftige Höhe befördert. Schließlich kommen die Elektriker zum Einsatz und ziehen die Kabel ohne Steckverbindungen von unten nach oben durch.

99,6 Meter hohe "Windmühle"

Am Freitagabend ist alles fertig. Olfen hat wieder eine Recheder Mühle - allerdings ein bisschen größer als die historische. Die Nabe sitzt in 75 Meterm Höhe. Die ganze "Windmühle" ist - wenn einer der drei Flügel nach oben zeigt - 99,6 Meter hoch.

Weitere Hintergründe in der Printausgabe unserer Zeitung am Montag.

  

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Über 20 Meter lang sind die Rotorblätter.

Mit einem 400-Tonnen-Kran wurde gestern die erste Windkraftanlage im Olfener Windvorranggebiet Rechede aufgebaut.

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