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Störche in der Steveraue

Darum haben die Störche einen Fotografen erschreckt

olfen Ein Naturfotograf hat im Horst der Storchenfamilie in der Alten Aue eine ungewöhnliche Szene fotografiert und dabei fast Angst bekommen.

Darum haben die Störche einen Fotografen erschreckt

Autsch – was tut die Storchenmama da? Will sie ihr Kind essen oder aus dem Nest werfen? Foto: Jockenhövel

So ein Schreck – als Fotograf Karl-Heinz Jockenhövel am Pfingstmontag das Storchennest in der Alten Aue fotografiert, hält er für einen Moment den Atem an.

„Die Storchenmutter hat eines ihrer Jungen am Kopf in den Schnabel genommen und hochgehoben“, erinnert er sich. „Ich habe gedacht: Was passiert denn jetzt?“

Rauswurf

Der 61-Jährige, der das Storchenest schon oft beobachtet und fotografiert hat, hat zunächst Bedenken, dass die Mutter ihr Junges aus dem Nest werfen könnte. „Doch dann hat sie es an einer anderen Stelle wieder zurückgelegt“, erzählt er. Jockenhövel ist erleichtert: Das ist gerade noch einmal gut gegangen.

Werfen Störche ihre Jungen denn aus dem Nest? Dass dies gar nicht mal so selten vorkommt, bestätigt Georg Holtmann, der sich mit dem Verhalten der Tiere sehr gut auskennt. „Wenn ein kleiner Storch krank oder sehr schwach ist, kann das durchaus vorkommen“, erklärt der 66-jährige Olfener. „Das erscheint uns vielleicht grausam, ist aber das Recht des Stärkeren.“

Im aktuellen Fall glaubt Georg Holtmann, dass die Storchenmutter ihr Kind aus hygienischen Gründen „versetzt“ hat. Er beobachtet diese spezielle Storchenfamilie in der Alten Aue selbst oft. „Die Mama wollte wohl Hausputz machen und brauchte etwas Platz“, erzählt er lachend.

Denn Störche sind, was ihre Nester betrifft, ziemlich pingelig. Das hat auch Karl-Heinz Jockenhövel beobachtet. „Die Altvögel stochern im Nest herum und werfen dann Futter-Reste oder anderen Schmutz hinaus“, sagt er. Bei der Storchenfamilie handelt es sich um alt eingesessene Mieter, die schon das dritte Jahr in Folge dort brüten. Aktuell sitzen drei bis vier Storchenbabys im Nest, die knapp drei Wochen alt sind.

Zurzeit bleibt immer mindestens eines der Elternteile bei den Jungen, um sie zu beschützen, berichtet Georg Holtmann. Denn kleine Störche müssen nicht nur Raubvögel fürchten. „Oft kommen fremde Störche. Sie attackieren das Nest, werfen die Jungen hinaus und besetzen das Nest dann selbst“, sagt Holtmann.

Bis Ende Juni wird es dauern, dann werden die kleinen Störche flügge. Die Eltern müssen sich nach der anstrengenden Fütterzeit erst einmal erholen. Die Jungstörche tun sich zusammen und treten ihre Reise nach Süden ohne die Altvögel an. Dass sie den Weg, den sie noch nie zuvor geflogen sind, allein finden, ist, wie Georg Holtmann sagt, „ein Wunder der Evolution“.

Darum haben die Störche einen Fotografen erschreckt

Die Storchenfamilie im Horst. Foto: Jockenhövel

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