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"Wir bewegen uns auf dünnem Eis"

LÜNEN 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche? Niemand weiß genau, welches Zeitfenster die Eltern ab August 2008 für die Betreuung ihrer Kinder buchen werden. Und das macht es der Stadt und den Trägern von Kindertageseinrichtungen nicht eben leicht, sich auf die Umsetzung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vorzubereiten.

„Wir bewegen uns noch auf ziemlich dünnem Eis“, sagte Beanka Ganser, stellv. Leiterin des Fachbereiches Kinder, Jugend, Familie, gestern im Jugendhilfeausschuss. Nicht jede Einrichtung werde eine Betreuung von 25, 35 oder 45 Stunden anbieten müssen, können oder wollen, so die Fachfrau. Man wolle das mit den Trägern diskutieren, möglicherweise Schwerpunktangebote schaffen. Trend zu 35 Stunden. Alles hänge eben vom Buchungsverhalten der Eltern ab. Eine Abfrage bei den Tageseinrichtungen ergab einen Trend: Danach würden wohl 49 Prozent der Eltern zur 35-Stunden-Betreuung (bisherige Blocköffnungszeit) tendieren. Der Rest würde je zur Hälfte 25 oder 45 Stunden wählen.

Zum Zeitpunkt der Umfrage im September waren die künftigen Elternbeiträge aber noch nicht bekannt. Jetzt sind sie es. Einstimmig, bei einer Enthaltung, folgte der Ausschuss den Vorschlägen der Verwaltung.

14 Einkommensstufen

Danach gibt es ab August 2008 nicht mehr sechs, sondern 14 Einkommensstufen, nach denen sich die Beiträge bemessen. Bis zu einem Jahreseinkommen der Eltern von 13 999 Euro (bisher 12 271) wird der Kindergartenbesuch kostenlos sein. Ab 44 000 Euro Jahreseinkommen aufwärts wird`s zum Teil deutlich teurer für die Eltern (wir berichteten). Bewusst habe man auf eine möglichst geringe Differenz zwischen den Beiträgen für 35- und 25-stündige Betreuung geachtet, betonte Erster Beigeordneter Günter Klencz. Grund: Finanzielle Erwägungen sollen hier nicht den Ausschlag für die Wahl geben. Dafür wird der Sprung von 35 auf 45 Stunden umso teurer.

Etwa 200 000 Euro mehr als bisher sammelt die Stadt von den Eltern ein. Ihr prozentualer Anteil an den Betriebskosten bleibe aber gleich, betonte Klencz. Die Stadt selbst müsse im Zuge der Kibiz-Umsetzung 1,1 Mio. Euro zusätzlich schultern. Am 6. Dezember entscheidet der Rat endgültig über die neuen Elternbeiträge.

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