Bahn kollidiert mit Baum

RB 51: Triebwagen abgeschleppt, Strecke freigegeben

Sturm Burglind wütete am Mittwoch auch in Lünen. Ein Baum stürzte bei Alstedde auf die Gleise, wo deshalb der Triebwagen eines Regionalzugs entgleiste. Die Fahrgäste hatten Glück im Unglück.Am Abend wurde der Triebwagen abgeschleppt, der Zugverkehr soll den Betrieb jetzt wieder aufnehmen.

RB 51: Triebwagen abgeschleppt, Strecke freigegeben

Ein Zug ist am Mittwochmorgen in Alstedde entgleist.

Regionalbahn RB 51, auf dem Weg von Coesfeld nach Dortmund. Es ist kurz nach sechs Uhr am Mittwochmorgen, draußen stürmt es und regnet. Und plötzlich knallt es, kurz vor Alstedde in einem kleinen Waldstück. Ein rund 50 Zentimeter dicker Baum war vom starken Wind entwurzelt und auf die Gleise geworfen worden. Der Zugführer leitet noch die Notbremsung ein – kann den Zusammenstoß am Ende aber nicht verhindern.

Die gute Nachricht: Der Zugführer bleibt unverletzt, genauso wie alle 65 Passagiere. Die schlechte: Die vordere Achse des Triebwagens entgleist und schiebt sich noch rund 120 Meter weiter durchs Gleisbett. Die Bergung ist aufwendig, der Zugverkehr auf der Strecke wird bis zum frühen Abend eingestellt. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr ein.

Landesweit sorgt Sturm Burglind am Mittwoch für Chaos und er verschont auch Lünen nicht. Nach dem Notruf aus dem Zug sind Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr schnell vor Ort, außerdem der Notfallmanager der Deutschen Bahn. Bald können die Fahrgäste den Zug verlassen. An- und Abreise sind aber gar nicht so einfach, das schildert auch Rainer Ashoff, Chef der Lüner Feuerwehr. Berufsfeuerwehr, Löschzug Nordlünen-Alstedde und Löschzug Mitte sind vor Ort und unterstützen die Einsatzkräfte der Polizei. Entlang der Gleise werden die Passagiere den langen Weg bis zur nächsten Straße gebracht. Dort stehen Busse bereit, die die Fahrgäste weiter bringen. Manche müssen Flüge in Düsseldorf oder Köln erreichen. Für sie geht es mit dem Taxi weiter. Die Fahrgäste, berichtet ein Bahnangestellter vor Ort, hätten einen ruhigen und gefassten Eindruck gemacht.

Am Vormittag wird es an der Unfallstelle ruhiger, nur das monotone Brummen des Dieselmotors der Regionalbahn hallt durch das Waldgebiet.

Polizei und Feuerwehr rücken bald wieder ab, Bahnmitarbeiter vor Ort warten auf eine Spezialbahn – einen sogenannten Gerätehilfswagen. Der soll den entgleisten Triebwagen wieder auf die Gleise hieven, kommt aber selbst über die Schienen. Es ist deutlich nach 13 Uhr, als dieser Wagen endlich an der Unfallstelle eintrifft.

Schäden am Triebwagen

Die Experten begutachten die Schäden am Triebwagen, unter dem immer noch dicke Baumreste klemmten. Mit der Technik des Gerätehilfswagens wird der entgleiste Zug wieder in die Spur gesetzt – und wird am Abend von einem anderen Zug ins Werk geschleppt..

Experten untersuchen dann, ob die Gleise nach der Bergung wieder ganz normal befahren werden können. Dort, wo der entgleiste Wagen durchs Gleisbett geschlittert ist, hat er tiefe Kanten in die Stahlschwellen gehauen. Wichtig ist, erklärt ein Bahn-Techniker vor Ort: Der Abstand der Gleise darf sich nicht mehr als fünf Millimeter verändern. Gegen acht Uhr am Abend die Entwarnung: Das Gleisbett ist in Ordnung, der Zugverkehr startet noch am Mittwochabend wieder und soll Donnerstag wieder regulär laufen.