Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach der Kritik: Kreis plant einen eigenen Familienatlas

LÜNEN / KREIS UNNA Eine bessere Ganztagsbetreuung für Kindergartenkinder und für unter Dreijährige muss her. Da stimmten die Bürgermeister und der Landrat des Kreises Unna mit dem Urteil des Familienatlas überein. Und versprachen schnellstmögliche Besserung. Doch gegen das vernichtende Gesamturteil machten die Chefs der Kommunen und der Landrat bei der Bürgermeisterkonferenz mobil.

/
Landrat Michael Makiolla.

Hans Wilhelm Stodollick.

Besonders ärgert es die Herren, dass Familienministerin Ursula von der Leyen den Kreis bei der Vorstellung des Familienatlas öffentlich als "familienunfreundlich" abgestempelt hat. Nun soll die Ministerin noch einmal zur Familienkonferenz des Kreises am 5. Dezember eingeladen werden. Das war sie schon beim letzten Mal, hatte aber abgesagt. "Jetzt muss sie kommen", sagte Landrat Michael Makiolla.

Neben Ursula von der Leyen will der Kreis auch die Vertreter des Institutes Prognos einladen. "Um mal zu erfahren, wie die Zahlen zustande gekommen sind", so der Landrat. Denn es gebe manch Ungereimtheit.

Beispielsweise beim Thema Musikschule. "Unna und Bergkamen haben keine Musik-, sondern Jugendkunstschulen, die Musik und andere Künste zusammenfassen", erklärt Makiolla. Die Zahlen der Kinder in Musikschulen seien gewertet worden, die in den Jugendkunstschulen nicht.

Spezielle Angebote nicht recht gewürdigt?

Auch glauben die Bürgermeister und der Landrat, dass spezielle Angebote ihrer Städte für Kinder vielleicht nicht richtig gewürdigt worden sind. "Etwa die vorbildlichen Kinderkonzerte mit der Philharmonie oder das flächendeckende Angebot in Sachen Natur", meint Makiolla.

    So gebe es im Nordkreis die Waldschule Cappenberg, in Bergkamen die Ökostation und in Schwerte das Naturfreundehaus. "Ein solch flächendeckendes Angebot findet sich sonst nicht so schnell", ist Makiolla überzeugt.

"Wir glauben, dass wir zu schlecht weggekommen sind", meinte auch Lünens Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick. So seien zum Beispiel die Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung nicht korrekt: Der Einwohnerverlust verlaufe weniger drastisch als vom Prognos-Institut angenommen.

Nichtsdestotrotz: Das Etikett "Familienunfreundlichkeit" klebt jetzt an dem Kreis und das wohl noch für einige Zeit. Das glaubt auch Landrat Makiolla. Und um dem im Marketing etwas entgegenzusetzen, will der Kreis nun einen eigenen Familienatlas herausgeben.

Aber auch, und da nimmt man die Kritik von Ursula von der Leyen völlig ernst, eben die Betreuungsangebote für jüngere Kinder verbessern.

 

  

/
Landrat Michael Makiolla.

Hans Wilhelm Stodollick.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Tafel in Lünen bekommt weniger Lebensmittel

Große Nachfrage, aber weiter Aufnahmestopp in Gahmener Ausgabestelle

LÜNEN In Lünen gibt es seit zwölf Jahren eine Ausgabestelle der Tafel Unna. Die Bedingungen für die Organisatoren sind in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Es gibt weniger Lebensmittel, die Nachfrage ist aber weiterhin groß. Seit einem Jahr gibt es einen Aufnahmestopp.mehr...

Weniger Tote und Verletzte auf Lüner Straßen

Das sind die Ergebnisse des Verkehrsberichts 2017 der Polizei

Lünen Die Verkehrsdirektion der Polizei ist erleichtert. Laut Statistik ist im Lüner Straßenverkehr im vergangenen Jahr niemand tödlich verunglückt. Doch nicht alle Ergebnisse des Verkehrsberichts 2017 sind so erfreulich.mehr...

Lüner bei Raubmordprozess in Hagen angeklagt

Beschreibung des Tatorts: „Überall war Blut“

Lünen/Hagen Zeugen im Raubmordprozess gegen zwei Angeklagte aus Lünen und Bosnien schilderten vor Gericht dramatische Szenen. Die Angeklagten zeigten keine Regung.mehr...