Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Lautlosester Tarifkonflikt"

LÜNEN Michael Billeb spricht vom "wohl längsten, aber auch lautlosesten Tarifkonflikt Deutschlands".

Der Lüner sitzt mit am Tisch, wenn die "Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes" über neue Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR neu) verhandelt. 3,3 Prozent mehr Lohn und eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit lauten die Forderungen der Arbeitnehmer. Michael Billeb (Foto), OP-Manager im St.-Marien-Hospital und ehemaliger Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, leitete für die Arbeitnehmerseite die Arbeitsgruppe "Zahlen", die die neuen Tariftabellen entwickelte, und unterstützt die sechsköpfige Verhandlungsgruppe der Arbeitnehmerseite auch als Berater bei den abschließenden Verhandlungen.

2005 gescheitert

Der Hintergrund: Über 30 Jahre hat sich die Caritas in Deutschland mit ihren Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) am Bundesangestellten-Tarifvertrag orientiert. Doch im September 2005 scheiterten die Verhandlungen, den aktuellen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst auch für die Caritas zu übernehmen. Seither verhandelt die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes über eine "AVR neu". "Dabei geht es nicht nur um die Forderung nach Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung, sondern um eine grundlegend neue Struktur des Tarifwerkes", so Billeb. In dieser Woche tagt die Arbeitsrechtliche Kommission in Mainz. In Lünen sind u.a. die Beschäftigten des St.-Marien-Hospitals, des Caritas-Verbandes und der Caritas-Altenheime betroffen.

Billeb, der vor vier Jahren als stellvertretendes Mitglied des Bistums Münster in die Arbeitsrechtliche Kommission gewählt wurde, ist in dieser Funktion auch Dienstnehmervertreter der Arbeitsrechtlichen Kommission NW und somit an der Krankenhausplanung des Landes NRW beteiligt.

Erneute Kandidatur

Am 22. Oktober findet im Diözesan-Caritasverband Münster die Neuwahl der AK-Mitglieder des Bistums statt. Die Rahmenbedingungen würden hierbei für die Arbeitnehmerseite schwieriger, da die Delegiertenkonferenz des Deutschen Caritasverbandes in diesem Jahr die Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission zugunsten der Arbeitgeberseite verändert habe, so Billeb. Er hält die neuen Spielregeln für eine Herausforderung und wird im Oktober wieder antreten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Lünen Bis 2022 sollen alle Bushaltestellen barrierefrei sein. Das sieht das Personenbeförderungsgesetz vor. Die Stadt muss sich eine Strategie zurechtlegen.mehr...

Sicherheit an der Kita Schachtweg

So sollen Autofahrer am Kindergarten gebremst werden

Gahmen Aufpflasterung entfernt, Sicherheit der Kinder gefährdet – so war zuletzt die Einschätzung von Leitung und Elternbeirat des Kindergartens am Schachtweg. Nun hat die Verwaltung eine Lösung präsentiert, die die Autofahrer dort bremsen soll.mehr...

Friedhofsgebühren in Lünen

So teuer soll das Sterben bald werden

Lünen Zwei Dinge könnten aus Sicht der SPD bald die Friedhofsruhe stören – im übertragenen Sinne. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung sorgten hingegen zunächst die Genossen selbst für Trauermienen bei der Verwaltung.mehr...