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Evonik deutet an: Bei Neubau alte Blöcke vom Netz

LÜNEN Wenn die Steag (jetzt Evonik) ein neues Kaftwerk in Lünen bauen will, kann es aus Sicht der FDP nur dann akzeptiert werden, wenn bei Inbetriebnahme die bestehende alte Anlage abgeschaltet wird. Evonik müsse ein gutes umweltpolitisches Signal setzen.

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Hubert Walnsch

Dr. Norbert Katte

So teilten es die Lüner Jungsozialisten nach ihrem Besuch des Kraftwerks an der Moltkestraße mit (wir berichteten). Medienvertreter konnten an dem Gespräch mit der Kraftwerksleitung nicht teilnehmen.

Weniger wirtschaftlich

Evonik verstehe den geplanten Kraftwerksblock, voraussichtlich 850 Megawatt, nicht als Neubau eines Kraftwerks, sondern als Erweiterung des bestehenden. Wenn der neue Block fertiggestellt sei, würden die alten (mit 500 MW installierter Leistung) abgeschaltet, da diese weitaus weniger wirtschaftlich seien, so die Aussage der Evonik-Vertreter laut Jusos.

Die Mitteilung der Jusos stimmt überein mit einer gestern verbreiteten Presseerklärung von Fraktion und Stadtverband der FDP. Anfang 2007 hätten sich die Liberalen in einem Gespräch mit dem Vorstand der Steag vor Ort über die Kraftwerkssituation informiert. Dabei sei eingeräumt worden, dass das alte Kraftwerk ein Auslaufmodell sei und auch sein müsse.

Ein Signal setzen

Wenn Evonik ein neues Kraftwerk in Lünen bauen will, kann es aus Sicht der FDP daher allenfalls dann akzeptiert werden, wenn bei Inbetriebnahme die bestehende alte Anlage abgeschaltet wird. Evonik müsse ein gutes umweltpolitisches Signal setzen, erklärten Parteivorsitzender Dr. Norbert Katte und Fraktionsvorsitzender Hubert Walnsch. Auch die CDU hatte erklärt, sie stünde den Evonik-Plänen dann positiv gegenüber, wenn ein neuer Block die alten ersetze. Einen zusätzlichen Evonik-Kraftwerksblock hatten CDU und SPD abgelehnt (wir berichteten).

Über diese Ablehnung zeigte sich die FDP gestern verwundert. Liberale Politik verstehe sich als Wegbereiter von Chancengleichheit für alle Antragsteller, unabhängig davon, ob die Stadtwerke an einem der beiden Kraftwerke beteiligt sind.

Würden die Anträge korrekt gestellt, müsse auch die ehemalige Steag die Chance auf eine sachgerechte Prüfung haben - wenn sie denn die bestehenden Grenzwerte unterschreite. "Wenn denn das neue Trianel-Kraftwerk der Luft nicht schadet, warum dann das von der Steag?", fragt die FDP und wirft CDU und SPD Pseudoumweltpolitik vor.

Einerseits, andererseits

Während die FDP einerseits betonte, einen Evonik-Block als Ersatz des bestehenden Kraftwerks akzeptieren zu wollen, teilte sie in der gleichen Presseerklärung auch mit, der Vorstand der FDP Lünen stehe dem Trianel-Kraftwerk und dem evtl. geplanten Neubau durch Evonik "grundsätzlich aber politisch skeptisch und ablehnend gegenüber", da mit der Kohleverfeuerung ein falsches umweltpolitisches Signal gesetzt werde.

Nichts desto trotz habe die FDP-Ratsfraktion dem Trianel-Kraftwerk u.a. aus wirtschaftlichen Gründen für Lünen zugestimmt.

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Hubert Walnsch

Dr. Norbert Katte

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