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Behörde kann Rechnung noch nicht bezahlen

Autohaus wartet auf Geld von der Polizei

Lünen Ein Unfall mit Totalschaden auf einem Parkplatz ist schon ungewöhnlich genug. Die Folgen beschäftigen einen Lüner nun schon eine ganze Weile – vor allem wegen des ungewöhnlichen Unfallgegners.

Autohaus wartet auf Geld von der Polizei

Ein Einsatzfahrzeug der Kripo Dortmund verursachte am Suzuki von Hubert Kuhlmann einen Totalschaden. Foto: Foto: Hubert Kuhlmann

Knapp ein Jahr lang konnte Hubert Kuhlmann die Fahrten in seinem neuen Suzuki genießen – bis ein Zivilfahrzeug der Dortmunder Kriminalpolizei das Auto auf dem Parkplatz an der Viktoriastraße rammte. „Die Schadenssumme belief sich auf 21.000 Euro – ein Totalschaden“, so Kuhlmann. Der Sachverhalt war unstrittig: Die Kripo-Beamten trugen die Schuld an dem Unfall, Kuhlmanns Frau, die sich bei dem Zusammenstoß verletzte, bekam zudem Schmerzensgeld zugesprochen.

Der Lüner gab das, was von seinem Auto übrig war, beim Autohaus Bispinghoff in Werne zurück und kaufte sich unter Berücksichtigung des Restwertes einen neuen Wagen. Dieser Restwert wird normalerweise von der Versicherung des Unfallgegners gezahlt. Allerdings hat das Autohaus auch nach drei Monaten noch immer keinen Cent erhalten. „Das habe ich in dieser Form auch noch nicht erlebt“, sagt Inhaber Egbert Bispinghoff auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Wir bedauern die Verzögerungen“

Da es sich beim Unfallgegner um die Polizei handelte, ging die Rechnung an das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW) in Duisburg. Und dort hatte man im Januar ein neues Rechnungswesen eingeführt, was wiederum erhebliche Verzögerungen beim Begleichen offener Forderungen verursachte. „Wir bedauern, dass es nach wie vor aufgrund der Umstellung zur Verzögerungen im Zahlungsverkehr kommt“, sagte der Direktor des LZPD NRW, Rainer Pannenbäcker.

Aber man habe die Situation bereits deutlich verbessert: „Den Stau von rund 25.000 unbearbeiteten Rechnungen, über den wir Anfang Februar berichteten, haben wir mittlerweile um mehr als 10.000 reduziert. Wir gehen davon aus, bis Ende Mai den Rückstand gänzlich abzuarbeiten.“

10 Euro binnen einer Woche

Auch das Geld für Hubert Kuhlmann sei mittlerweile angewiesen. „Mein Anwalt hat einen Anruf von der Polizei bekommen. Ihm wurde versichert, dass bis Mitte nächster Woche alles geregelt sei“, berichtet der Lüner am Tag nach der RN-Anfrage ans LZPD.

Dass er sich überhaupt an die Ruhr Nachrichten gewandt hatte, lag an einem Brief der Polizei: „Ich bin geblitzt worden und muss 10 Euro Strafe zahlen.“ Auch hier sei die Sache unstrittig, er wird das Geld überweisen. „Aber dafür habe ich eine Woche Zeit, sonst bekomme ich Ärger. Und die Polizei selbst lässt sich mehrere Monate Zeit.“ Mittlerweile kann er aber darüber lachen.

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