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Bedrückende Armut erlebt

Legden Um 3 Uhr morgens sind am 2. Juni vier DRK-Helfer aus Legden in einem Bulli mit Anhänger nach Rumänien aufgebrochen - für Bernd Wiesmann, Martin Hintemann, Thomas Hüls und Marco Worth war es die erste Fahrt in das neue EU-Land, deren Menschen in manchen Regionen noch immer auf Hilfstransporte wie ihren angewiesen sind.

Im Gepäck hatten sie Spenden für die Bevölkerung, die von den Schwestern der Ordensgemeinschaft der Heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) an die Bedürftigen in dem kleinen Ort Schineni verteilt wurden.

108 Schultornister, 40 Kartons mit Schreibblöcken, Stifte, Malutensilien, eine elektrische Nähmaschine, Stoffe, Bettwäsche, Kleidung und Rollatoren hatten sie als Spenden aus der Bevölkerung und von der Firma Venceremos geladen.

2300 Kilometer weit

Für sie war es die erste Fahrt nach Rumänien. Ulrich Niehaves und Hermann-Josef Kösters von «Pro moldavia» aus Dorsten und Gladbeck begleiteten sie in einem zweiten Bulli mit Anhänger, der gefüllt war mit weiteren Spenden. Die Kollegen aus dem Ruhrgebiet waren schon öfter in Rumänien. Nach 2300 Kilometern erreichten sie am Montagabend Schineni. Für die letzten 470 Kilometer benötigten sie die meiste Zeit. 45 Baustellen und eine sehr schlechte Wegstrecke reduzierte das Fahrtempo auf 40 Stundenkilometer. Zum Zeitvertreib haben sie auf der Rückfahrt die Baustellen gezählt, erläuterte Wiesmann die exakten Angaben. Der Empfang durch die Schwestern war sehr herzlich. Sie geben den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit von regelmäßigen Mahlzeiten, ausreichender Körperpflege und Betreuung bei den Hausaufgaben. Armut, hohe Arbeitslosigkeit und Alkoholismus sind der Grund für die Verwahrlosung der Kinder, wie sie aus Gesprächen mit den Schwestern erfuhren.

Nicht krankenversichert

Die Freude der Empfänger konnten sie allerdings nur bei wenigen Waisenkindern erleben, da die meisten Spenden von den Schwestern an die wirklich Bedürftigen verteilt werden. Sie kennen die Bevölkerung und ihre Probleme sehr genau. Für einen 47-jährigen Mann, der an Knochentuberkulose erkrankt war, sammelten sie Geld für eine Operation, da keiner dort krankenversichert sei. Patenschaften für Kinder würden dringend benötigt, gaben sie den Helfern mit nach Deutschland auf den Weg.

Eine geregelte und gesicherte Schulzeit könnten sich dort die wenigsten leisten. Eine Woche nach ihrer Abreise waren sie wieder zu Hause - mit vielen Eindrücken, die erst einmal verarbeitet werden müssen. «Wir haben da wohl die ärmste Ecke Rumäniens besucht.», konstatierte Wiesmann für alle anderen Mitfahrer. emk

www.smmp.de/orden/leben_und_arbeiten/rumaenien.asp

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