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Dahlienzüchter Wilhelm Schwieters hat Hochsaison

Ab ins Beet mit den Dahlienknollen

Legden Unansehnlich sehen die Knollen aus, die in den schwarzen Kisten lagern. Welche Schönheiten daraus erwachsen, das weiß Wilhelm Schwieters genau. Und darauf setzt der Blumenkorsoverein, der zu seinem traditionellen Knollenverkauf auf den Dahlienzüchter und sein Wissen setzt.

Ab ins Beet mit den Dahlienknollen

Norbert Haverkock (l.), Vorsitzender des Blumenkorsovereins, und Dahlienzüchter Wilhelm Schwieters im Gewächshaus. Hier wachsen die Stecklinge. (3) von Wangenheim Foto: Ronny von Wangenheim

Eigentlich hat Wilhelm Schwieters gar keine Zeit, dafür die Kisten zu sichten und mit Bildern zu bestücken. Zu viel ist zu tun. Tausende Setzlinge verlassen in diesen Tagen sein Gewächshaus in Legden in Richtung Holland. Im Schuppen daneben lagern die Dahlienknollen. Kleine Schilder verweisen darauf, was für Sorten es sind. 400 kann Schwieters anbieten.

Hier ist der Verkauf fast abgeschlossen. Einen Schlusspunkt setzt die Aktion des Blumenkorso-Vereins, der einmal im Jahr zum Frühjahr zum Dahlienknollenverkauf einlädt. Am Samstag, 12. Mai, stehen Vereinsmitglieder und Wilhelm Schwieters auf dem Parkplatz der Sparkasse am Fliegenmarkt. Da gibt es nicht nur die Knollen für je 1,50 Euro, sondern auch kostenlos gute Tipps vom Fachmann. Die gefragtesten drei zur Pflege der Dahlie seien schon einmal hier verraten: „Keine Staunässe, also nicht zu viel Wasser, nicht zu viel düngen, volle Sonne“, sagt Wilhelm Schwieters. Generell aber könne die Dahlie viel vertragen. „Sie ist relativ zäh.“

100.000 verkaufte Töpfe

Die Großzeiten seines Betriebs sind vorbei. Ganz bewusst. Als Rentner lassen es Wilhelm und Doris Schwieters etwas langsamer angehen. Keine 20 Mitarbeiter mehr, sondern nur Aushilfen zu bestimmten Zeiten. Knapp zwei statt sieben Hektar Dahlienfeld. Keine 50 Artikel neben den Dahlien, sondern nur noch zwei. Chamaesyce, bekannt auch als Schneegestöber, und Cuphea, also japanische Myrthe – davon verkauft Schwieters in diesen Wochen jeweils 100.000 Töpfe.

Jeden Tag geht ein Transporter nach Herongen zur Versteigerung. Dort werden die Karren frühmorgens an der Uhr vorbeigezogen, mit der der Preis festgelegt wird. „Morgens um 8.30 Uhr weiß ich dann, wie viel ich gekriegt habe“, erzählt Wilhelm Schwieters. „Regenwetter ist schlecht, dann pflanzt niemand“, sagt er und lacht, „zu warm ist auch nicht gut, dann gehen alle lieber Eis essen.“ Bis Pfingsten läuft die Saison. „Danach ist alles nur noch die Hälfte wert“.

Ab ins Beet mit den Dahlienknollen

Diese dreifarbige Dahlie ist eine Neuzüchtung, weshalb sie auch noch keinen Namen hat. Foto: Ronny von Wangenheim

Wie sieht es bei den Dahlien aus? Ein Drittel, so Wilhelm Schwieters, betrifft die Stecklinge, die zu Tausenden aus den aufgesetzten Dahlienknollen heranwachsen und nach und nach abgenommen und dann in kleine Torftöpfe gesteckt werden. Sie werden zu festen Preisen verkauft, meist an Gärtner. Ein Drittel sind Knollen, die an Privatleute und ein Drittel Knollen, die an Gärtnereien gehen. Die haben schon alle zugeschlagen, wollen sie doch früh und möglichst viel Ertrag erzielen, wenn sie ihre Töpfe oder Schnittblumen verkaufen.

Die Blüte selbst interessiert Wilhelm Schwieters nicht – zumindest nicht wirtschaftlich. Da dreht sich alles um die Knolle. Einen Teil der Stecklinge pflanzt er auf dem Gelände aus. Er spricht von Erhaltungspflanzungen. Und es müssen neue Knollen produziert werden.

Aber natürlich ist er durchaus stolz auf seine rund 400 Sorten und auf Besonderheiten. Durch Zufall, so sagt er, erhielt er von einer privaten Kundin eine Knolle der „Amun Ra“, die lange als verschollen galt. „Sie war die erste Dahlie, die farbig in einem Buch abgebildet wurde“, erzählt er. Die eine Knolle vermehrt und beobachtet er nun genau.

Namenlose Neuzüchtung

Aber er freut sich auch über Eigenzüchtungen. Gerade steht bei ihm eine Dahlienblüte in der Vase, die er neu gezüchtet hat. Sie ist dreifarbig – gelb, weiß und rötlich sind die Blütenblätter. „Das gibt es nicht alle Tage“, sagt Schwieters. Einen Namen hat sie noch nicht. Er überlegt und schmunzelt: „Angela Merkel, das wäre doch was.“

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