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Das Interview

„Schützenkönige waren wie Astronauten für mich“

KIRCHHELLEN Das Königspaar Sara Schlegl und Burkhard Kosse sprechen im Interview über die gute Organisation des Schützenfestes, die nächsten Termine und Gerüchte.

„Schützenkönige waren wie Astronauten für mich“

Sara Schlegl und Burkhard Kosse regieren für die nächsten drei Jahre in Kirchhellen.

Wie haben Sie den Schützentag am Montag (4. September) erlebt? Burkhard Kosse: Ich hatte die Nacht total schlecht geschlafen und bin die Zeit vorm Fest zu Hause hin- und her getigert, weil ich so aufgeregt war. Ich glaube, das war der aufregendste Tag meines Lebens. Freunde haben mich beiseitegenommen und haben mich beruhigt. Das hat mir sehr gut geholfen. Aber als der Vogel dann fiel: Dieses Gefühl kann man mit Geld nicht kaufen. Schlegl: Für mich war das Ganze alles neu. So viele Leute! Man wurde immer umarmt, die Leute haben sich sehr gefreut. Leider konnten wir nicht mit jedem reden, weil so viele Leute da waren. Der Montagabend im Zelt war super. Es war sehr gut besucht.Lief denn alles wie geplant? Kosse: Ja, alles lief super. Nach der Proklamation der Königin sind wir direkt nach Hause, um zu duschen und um mich umzuziehen und es waren rund 200 Leute bei mir! 200 Leute! Und das Haus war geschmückt, da wurde gesungen. Das war genial. Schlegl: Die Menge bei Burkhard war schon ungewöhnlich. Das muss man schon sagen. Das ist sonst wohl nicht der Fall gewesen, dass sie in so einer großen Anzahl da waren. Kosse: In dem Maße hätte ich das nicht gedacht. Das haben die Offiziere, die Wachen und die erste und zweite Kompanie super gemacht. Die Organisation war der Hammer. Der absolute Hammer. Schlegl: Bei mir zu Hause in Feldhausen waren auch Schützen. Die sind mit Treckern gekommen. Das war auch eine Meute. Ich schätze, so 70, 80 Leute waren es schon. Das war toll. Nachdem ich mich umgezogen hatte, standen sie Spalier für mich. Es war ein Spaß ohne Ende. Die Leute waren richtig tofte. Kosse: Die jungen Damen und die Adjutanten, der Vorstand: Alle haben eine wirklich tolle Arbeit geleistet. Das war durchorganisiert bis ins kleinste Detail. Sie haben auch unsere Geschenke angenommen und immer notiert, wer was geschenkt hat.Was waren das für Geschenke? Kosse: Ach, alles! Schlegl: Von Geldgeschenken, Gutscheinen bis Blumensträuße war alles dabei. Kosse: Auch viele persönliche Geschenke.Wie hat Ihre Familie, wie haben Freunde und Arbeitskollegen reagiert, als Sie sagten, dass Sie Schützenkönig werden möchten? Kosse: Die Familie musste ich ja zuerst fragen. Meiner Frau ist die Kinnlade runtergeklappt. Die Kinder, Schwiegereltern habe ich auch eingeweiht. Und da muss alles stimmen. Mit ‘nem Alleingang geht das nicht. Da müssen wirklich alle dahinter stehen.Und was sagten Ihre Kollegen? Kosse: Die waren natürlich überrascht und meinten nur: „Bist du verrückt?“Wie sieht der Vogel jetzt eigentlich aus? Kosse: Den gibt‘s noch. Der Rumpf ist übrig und ziemlich gut erhalten. Ich habe schon sehr viele Vögel gesehen, von denen die meisten gerupft waren. Aber unserer ist gut erhalten. Der kommt irgendwann auf mein Grab (lacht).Haben Sie sich je erträumt, Schützenkönig und -königin zu werden? Kosse: Ich kenne das Schützenfest, seit ich denken kann. Da mein Vater selbst Hauptmann und General war, waren Schützenfeste immer ein Thema. Aber nee. Für mich waren die Schützenkönige früher immer wie Astronauten – also ganz ganz toll, aber fern. Schlegl: Ach, im Leben nicht. Für mich kam das auch total überraschend. Dass ich im ersten Moment gedacht habe: „Ich – Schützenkönigin? Geht das überhaupt?“ Und dann habe ich mich sehr gefreut und natürlich eingewilligt. Das war die richtige Entscheidung.Was braucht eine Schützenkönigin für Eigenschaften? Schlegl: Ich würde jetzt mal sagen: Spaß an Feiern, man sollte vielleicht auch eher extrovertiert sein und den Kontakt mit Menschen mögen. Das war’s eigentlich schon.Und wie war der Tag für Sie nach dem Schützenfest? Sind Sie in ein tiefes Loch gefallen, weil das Fest vorbei war? Kosse (lacht): Nein. Ach, da machen wir einfach beim Brezelfest mit und feiern auch dort. Was stehen in den nächsten Wochen für Termine bei Ihnen an? Kosse: Die erste Amtshandlung hatten wir leider schon am Montag (18. September). Da mussten wir zu der Beerdigung einer ehemaligen Königin. Ich kannte sie sehr gut und wäre eh dort gewesen. Als sie Königin war, war das auch meine erste Wache. Ach ja. Das gehört auch dazu. Schlegl: Ich finde, wenn es möglich ist, sollte man auch als Königspaar dahin gehen.Als Königspaar machen Sie also die schönen, aber auch die traurigen Veranstaltungen mit? Kosse: Ja, klar. Sonst sind wir in der nächsten Zeit bei der Schafskopfübergabe dabei. Das traditionelle Grünkohlessen besuchen wir auch. Nach Grafenwald gehen wir auch auf jeden Fall und wenn der Spielmannszug Holsterhausen im nächsten Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, sind wir auch dabei. Und dann richten wir noch den Maigang 2018 aus.Was ist Ihr persönliches Highlight? Kosse: Wir besuchen die Trachtengruppe Tröpolach in Kärnten in Österreich. Da gibt‘s eine Einladung. Für 2018 ist das geplant. Kann aber auch sein, dass wir das ein Jahr später machen. Schlegl: Die sind schon einige Male hier gewesen beim Schützenfest, weil sie das so toll finden. Kosse: Genau und dann besuchen wir sie mit 30 Leuten über ein langes Wochenende.Welche Ideen möchten Sie in den nächsten Jahren verwirklichen? Kosse: Damit lassen wir uns noch Zeit. Bisher ist noch nichts geplant, aber wir lassen alles auf uns zukommen. Für 2020 sind Liederabende geplant, bei denen wir Volkslieder singen.Es gab Gerüchte, dass Sie bei dem Schießen vorgeschoben wurden und man Ihnen den Vortritt gelassen hat. Was sagen Sie dazu? Kosse: Nee, da waren ja auch zwei andere Anwärter, die drauf geschossen haben. Da gibt‘s ja immer Gerüchte. Schlegl: Ach, die Gerüchte können auch bleiben. Das macht das Ganze noch spannender.

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