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Im Hof Jünger

Poetry Slam, die Poesie des Alltags

Kirchhellen „Slams sind wie eine Wundertüte“, sagt Marco Jonas Jahn, der als Moderator beim Poetry Slam gegen Ende Probleme hatte, einen Sieger zu küren.

Poetry Slam, die Poesie des Alltags

Michael Schumacher aus Xanten war auch schon beim ersten Kirchhellener Poetry Slam dabei und kam gerne wieder. Foto: Vennemann

Moderne Poesie, die sich mit Problemen und Themen des Alltags befasst und sprachlich für jeden zugänglich ist – so in etwa könnte eine Kurzdefinition für einen Poetry Slam klingen. Genau so einer fand am Samstag bereits zum zweiten Mal im Kulturzentrum Hof Jünger statt.

Nach erfolgreichem Debüt im Juli kam es nun zur Neuauflage. Roul Benedict Burdelak vom Hof Jünger durfte zuletzt eine sehr positive Resonanz verzeichnen. „Beim ersten Mal haben wir den Großteil der Karten an der Abendkasse verkauft. Jetzt war es umgekehrt und zwei Drittel gingen über den Vorverkauf weg“, berichtet er. Vor allem junges Publikum wolle man mit solchen Veranstaltungen anziehen, „nicht zuletzt, um den Erhalt des Vereins zu sichern“.

Vor fast ausverkauftem Haus stand auch am Samstag wieder Marco Jonas Jahn als Moderator des Abends auf der Bühne und hatte ebenfalls erneut Thilo Henn im Gepäck, der den Poetry Slam an der Gitarre untermalte. Schon seit zwölf Jahren moderiert Jahn solche Veranstaltungen. „Slams sind wie eine Wundertüte und jedes Mal anders“, erklärt er seine Leidenschaft dafür. „Außerdem ist das alles sehr direkt. Die Poeten erhalten unmittelbar nach ihrem Auftritt ein Feedback von den Zuschauern.“

Bekannte Gesichter

Auch andere alte Gesichter, bekannt von der letzten Veranstaltung, kamen wieder zum zweiten Kirchhellener Poetry Slam. So feierte Slammer Marius beim letzten Mal seinen ersten Auftritt überhaupt und ist seitdem häufiger auf der Bühne, und auch Michael Schumacher aus Xanten ließ sich erneut blicken.

In typischer Poetry-Slam-Manier wurden vorab spontan Leute aus dem Publikum zur Jury auserkoren. Nach jedem Beitrag mussten sie eine Bewertung von einem bis zehn Punkten abgeben. Petra Keinhorst war eines der Jurymitglieder. Und das, obwohl sie zum ersten Mal bei einem Poetry Slam war und vorab überhaupt keine Vorstellung davon hatte. „Ich bin sehr angetan! Der Wortschatz der Leute auf der Bühne ist ja so tiefgreifend. Und wie wortgewandt sie auch alle sind – Chapeau!“, schwärmt die Kirchhellenerin.

Unter den insgesamt acht Teilnehmern befand sich auch eine Frau – in dem Fall sogar eine Kirchhellenerin, die noch nie zuvor bei einem Poetry Slam mitgemacht hatte. Sabine Bloch war vor ihrem Auftritt aber keineswegs nervös. Als Sängerin der Punkrock-Band „Bahnbrechender Scheiss“ kennt sie das Rampenlicht. „Da ich Texte schreibe, war der Schritt, hier mitzumachen, naheliegend“, erklärt die 37-Jährige.

Finale

Den Einzug ins Finale verfehlte sie allerdings knapp. Vier andere Slammer hatten die höchsten Punktzahlen und durften sich mit einem weiteren Text beweisen. Ab hier wurden keine Punkte mehr vergeben, sondern die jeweilige Lautstärke des Applauses beschloss den Gewinner.

Am Ende der vier Finalbeiträge erwies sich das allerdings als besonders kniffelig, musste Marco Jonas Jahn sich doch einzig und allein auf sein Gehör verlassen – und das Publikum machte für alle Finalisten ziemlich viel Lärm. Nach langem Hin und Her einigte man sich auf zwei Gewinner: Jan Coenen aus Bonn und Jay Nightwind aus Essen. Beide überzeugten im Finale mit Texten, die eine Menge Humor mit Gesellschaftskritik mischten.

Jay Nightwind zählt zu den alten Hasen in der Slammer-Szene. Seit acht Jahren ist er dabei „und ich finde es mega spannend, dass die Zuschauer nie wissen, was sie bekommen. Es hätten ja heute auch alle Slammer traurige Texte performen können. Und trotzdem lassen sie sich darauf ein“, freut er sich.

Der nächste Poetry Slam ist am 13. Juni im Hof Jünger geplant. Dann unter neuem Namen, auf den die Zuschauer sich ebenfalls durch Applaus-Abstimmung geeinigt haben: „Slam-Hellen“.

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