Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Radweg Richtung Münster

Radweg von Davensberg nach Münster fällt breiter aus - und teurer

Ascheberg Die Gemeinde Ascheberg soll einen Radweg nach Münster bekommen, der drei Meter breit ist. Das hat der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss nach langer Diskussion beschlossen – nur mit einer knappen Mehrheit. Denn die größere Breite ist teuer.

Radweg von Davensberg nach Münster fällt breiter aus - und teurer

Der neue Radweg soll 50 Zentimeter breiter als ursprünglich geplant ausfallen. Foto: picture alliance / Ina Fassbende

Ein Radweg soll Davensberg entlang der K39 mit Münster verbinden. Über den Bau hatten die Mitglieder des Bauausschusses bereits im September 2016 beraten. Nun soll dieser Radweg nicht 2,50 sondern 3 Meter breit sein, um den Ansprüchen einer Veloroute gerecht zu werden.

Die Einbindung stadtregionaler Velorouten sei ein zentraler Bestandteil des integrierten Entwicklungsansatzes der Stadtregion Münster, heißt es seitens der Verwaltung. Um den Ausschussmitgliedern eine Entscheidungshilfe zu geben, stellte Detlef Weigt, Stadtplaner in Münster, die Vorteile einer Veloroute vom Ort Davensberg, der schon an Herbern angeschlossen ist, nach Münster vor.

Redakteurin Andrea Wellerdiek kommentiert

  • Über 50 Zentimeter lässt sich 50 Minuten lang diskutieren. Das bewiesen die Mitglieder des Bauausschusses. Eine rege Diskussion entwickelte sich.
  • Sollte die Gemeinde 100.000 Euro in die Hand nehmen, um den bereits geplanten Radweg zu vergrößern?
  • Dass immer mehr Menschen vom Pkw auf das Rad wechseln, klingt für das Projekt vielversprechend. Doch ob sich der teurere Ausbau für eine Veloroute auf dieser Strecke überhaupt lohnt, muss sich zeigen.
  • Wenn es nur bei einem Prestigeprojekt bleibt, wird der Ärger über die Investition groß sein.

„Alle benutzen diesen Weg – außer Autofahrer“, sagt Weigt. Velorouten seien ein Kriterium für eine Baubesiedelung und damit mehr als eine einfache Radwegeverbindung, so Weigt weiter. Eine Veloroute würde 100.000 Euro mehr kosten als der geplante Radweg, den es für 1,5 Millionen Euro gäbe. Die Förderhöhe von 70 Prozent ist bei beiden Varianten dieselben.

„Bei uns rennen Sie damit offene Türen ein“, sagte Ludger Wobbe (CDU). Das sahen die Mitglieder der SPD und UWG allerdings anders. „Was ist jetzt neu im Vergleich zum Antrag im September 2016, damit ich meine Meinung revidieren sollte?“, fragte etwa Volker Müller-Middendorf (UWG).

Bürgermeister spricht sich für die Veloroute aus

„Die Verbindung zu Münster wird immer wackeliger. Zum Beispiel kann der Schnellbus gar nicht mehr schnell fahren. Wir müssen ein Signal setzen. Wir müssen jetzt anfangen, eine Veloroute zu bauen. Wenn wir nicht mitmachen, haben wir den Anschluss an diese Entwicklung verpasst“, antwortete Bürgermeister Dr. Bert Risthaus.

Das sorgte wiederum für Kopfschütteln auf der anderen Seite. „Ich bin erstaunt darüber, dass Ascheberg den Verkehrsinfarkt von Münster auffangen soll. 50 Zentimeter mehr für Pendler machen keinen Unterschied. Das sind keine Argumente für mich“, sagte Müller-Middendorf.

Erbitterter politischer Streit um den Radweg

Und Michael Krieger (SPD) pflichtete ihm beim: „Auf der Strecke gibt es keinen Begegnungsverkehr. Es gibt von Davensberg bis nach Münster keine Pendler, die es nicht auf 2,50 Meter schaffen.“ Das wiederum wollte Wobbe nicht so stehen lassen: „Für mich ist das kleinkariert. Wir dürfen keine Erbsen zählen. Wir führen uns selbst ad absurdum, wenn wir keine 100.000 Euro mehr dafür ausgeben.“

Die Reaktion folgte prompt: „Wenn wir die 100.000 Euro in 15.000 Pedelecs investieren würden, dann wäre den Bürgern auch egal, ob der Radweg 2,50 oder 3 Meter breit wäre“, konterte Krieger und weiter: „Ich sehe nichts Kleinkariertes darin. Der Radweg wird ja für 1,5 Millionen Euro für 2,50 Meter ausgebaut. Wir sind nicht gegen Radwege.“

Nach langer Diskussion kam es zur Abstimmung. Die CDU war geschlossen für den Ausbaustandard von drei Metern, die SPD und UWG dagegen. Mit einer knappen Mehrheit von drei Stimmen setzten sich die Befürworter durch. Der Bau des ersten Streckenabschnittes soll laut Gemeindeverwaltung kurzfristig starten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Aschebergerin lebensgefährlich verletzt

Motorradfahrerin fährt vor Straßenschild

Dülmen/Ascheberg Eine Fahrschülerin aus Ascheberg musste am Freitag nach einem Motorradunfall in Dülmen mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden. Sie prallte aus ungeklärter Ursache vor einen Schildermast.mehr...

Unfall auf Davensberger Straße in Ascheberg

Auto einer 22-Jährigen überschlug sich

Ascheberg Schwerer Unfall auf der Davensberger Straße. Am Freitag hat sich dort das Auto einer 22-Jährigen überschlagen. Die Frau war aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und musste schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.mehr...

Autorin aus Herbern schreibt Buch über Magersucht

Nadine Eckmann beschreibt ihren Weg aus der Magersucht

Herbern Nadine Eckmann (25) war drei Jahre lang magersüchtig. Der Weg zurück in die Normalität war mühsam, aber heute ist sie voller Lebensmut. Die Autorin hat über ihre Erfahrungen mit der Magersucht geschrieben – in einem Kochbuch.mehr...