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Ausbildung im Handwerk

Naturburschen steigen auch hoch aufs Dach

Heek/Ahaus. Florian Bockhold und Josef Dirks sind mit Leib und Seele Zimmerer- Azubis. Ein Grund dafür ist die eigene Handarbeit, aber auch die Tätigkeit im Freien.

Naturburschen steigen auch hoch aufs Dach

Chef Christoph Telgmann (l.) begutachtet die Arbeit seiner Auszubildenden. Foto: Susanne Menzel

Den ganzen Tag im Büro sitzen, hinterm Computer – das wäre gar nichts für mich“, sagt Florian Bockhold. Wenn schon PC, dann dient er nur zum privaten Vergnügen. Nicht als Arbeitsmittel. Der 18-jährige Ahauser, der im zweiten Ausbildungsjahr steckt, hat sich bewusst für den Beruf des Zimmerers entschieden, bei dem er die Hände einsetzen kann, bei dem er aber auch Wind und Wetter ausgesetzt ist.

„Dass es für mich ins Handwerk gehen soll, war von Anfang an klar. Ich habe nur zwischen Holz und Metall geschwankt“, erzählt Florian Bockhold. Viele seiner Freunde seien Landwirte. Draußen in der Natur zu sein, ist für ihn nichts Besonderes. „Im Sommer wird man quasi bei der Arbeit braun und muss kein Geld fürs Sonnenstudio investieren“, schmunzelt er.

Wetter kein Problem

Klar, Regenwetter sei „nicht unbedingt die beste Arbeitsbedingung, aber es gibt Schlimmeres.“ Er schätzt am Zimmereiberuf, „dass ich vieles selber machen kann und am Ende des Tages auch sehe, was ich, was wir, geschafft haben.“ Eine Erkenntnis, die Josef Dirks, ebenfalls Auszubildender bei Telgmann, unterschreiben kann. Der 18-Jährige aus Ahle hat vorher ein Praktikum in einer Tischlerei absolviert, „aber da wurde an den Maschinen nur noch auf die Knöpfchen gedrückt und das Produkt kam fertig hinten raus. Das war nichts für mich“.

Dass gerade die Holzzuschnitte für den Dachstuhl keine Leichtgewichte sind, damit können die beiden Männer gut leben: „Es gibt Radlader oder Stapler, die wir an der Baustelle einsetzen.“ Nur bei Altbausanierungen, „da können wir mit diesem Gerät natürlich nicht in die Räume fahren“. Da ist dann schon mal das Schleppen angesagt. „Doch richtige Knochenarbeit ist das nicht“, versichern die Azubis. Die gesamte Bandbreite der Aufgaben – vom Klassiker, dem Dachzuschnitt, bis hin zum Richten – sei bei ihnen gleichermaßen beliebt. „Das gehört alles dazu.“

Naturburschen steigen auch hoch aufs Dach

Vor allem die Handarbeit schätzen Florian Bockhold (l.) und Josef Dirks an ihrem Beruf. Foto: Susanne Menzel

Traditionelle Richtfeste, wie man sie von früher kennt, bei denen so manches Schnäppsken hoch oben auf dem Balken gekippt wurde, gehören heute kaum noch dazu. „Viele Neubauten entstehen durch Investoren oder Architekten“, wirft Chef Christoph Telgmann ein. „Von diesen Richtfesten gibt es übers Jahr verteilt vielleicht noch zehn. Da geht man aber zumeist abends privat hin.“ Alkohol während der Arbeitszeit sei ein absolutes No-Go.

Als Geselle weitermachen

Ob sie schon Pläne für die Zeit nach der Gesellenprüfung haben? „In der Schule werden uns die Möglichkeiten regelmäßig aufgezeigt. Sie reichen vom Meister über den Techniker bis hin zum Dualen Studium oder zur Selbstständigkeit“, zählt Florian Bockhold auf. „Ob das was für mich sein könnte, weiß ich noch nicht.“ Josef Dirks ist jetzt – kurz vor der Prüfung – „erst mal froh, wenn ich eine Zeit lang nicht lernen muss. Die drei Jahre reichen zunächst.“ Er möchte jetzt als Geselle weitermachen „und dann später schauen, was es noch gibt“.

Nahtloser Übergang

Inzwischen müssen Gesellen auch keine Wartezeit mehr einhalten – früher waren es zunächst fünf Jahre nach der Gesellenprüfung, später dann drei –, um die Meisterschule zu besuchen. Der nahtlose Übergang ist heute möglich. „Das ist allerdings nicht empfehlenswert“, wirft Christoph Telgmann ein: „Den jungen Handwerkern fehlt einfach noch die Erfahrung.“

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