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Wildschweine wüten

Hamm-Bossendorf Wildschweine sind scheu - doch wenn es um leichte Nahrungsaufnahme geht, rücken sie auch Gärten zu Leibe. Das erfahren zurzeit gerade die Bewohner der Bereiche Holtkamp- und Römerweg in Hamm-Bossendorf. 30 bis 40 Wildschweine, so schildert ein Anwohner, gehen hier in der Nacht auf die Pirsch - zum Ärger der Gartenbesitzer, denen sie zerwühlte Gärten zurück lassen.

Gab es noch Anfang der 90-er Jahre nur eine geringe Schwarzwildpopulation in der Haard, ist das Wildschweinaufkommen in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Förster Kersten Blaschczok führt dies vor allem auf den vermehrten Anbau von Mais in der Region zurück, der für die Tiere eine gute Nahrungsquelle darstellt. Probleme mit Wildschweinen gab es bereits in Lippramsdorf und Flaesheim. Um angrenzende Felder vor den Wildschweinen zu schützen, wurden in Flaesheim Elektrozäune installiert. Auch die Jagdpächter im Bereich Hamm-Bossendorf sind über das Problem informiert. Ihnen sind allerdings durch das Jagdgesetz die Hände gebunden.

Nur Frischlinge dürfen derzeit abgeschossen werden. Allein am vergangenen Wochenende, so Blaschczok, seien vier Frischlinge erlegt worden. Schon jetzt haben die Jäger in der Haard nach Auskunft von Ingo Lewing von der Hegegemeinschaft Haard wesentlich mehr Frischlinge (36 Stück) erlegt als im Vorjahr (14 Stück). Doch das stellt nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar. Denn der milde Winter dürfte dazu geführt haben, dass die Tiere sich sehr stark vermehrt haben. Eicheln und Buchen gab es im Überfluss, so dass die Tiere keinen Nahrungsmangel litten.

Schlaue Tiere

Seit einiger Zeit ist es zudem verboten, Futterplätze im Wald zur Ablenkung anzubieten. Gartenbesitzern rät Ingo Lewing dazu, ihre Grundstücke durch Zäune zu schützen oder ein Abschreckungsmittel chemischer Art auszustreuen. Erst im Herbst können die Jäger auf die Wildschweinjagd gehen. «Doch», so Förster Blaschczok, «die Tiere sind schlau und nicht so einfach zu jagen.» hei

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