Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Halterner Wanderfalken könnten Giftmord zum Opfer gefallen sein

Vogelschützer werden wegen Vergiftungsverdacht aktiv

Haltern Vor sechs Wochen wurden zwei tote Wanderfalken in der Innenstadt gefunden. Jetzt werden diese vom chemischen Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe auf Giftspuren untersucht. Der Verdacht: Die Tiere wurden umgebracht.

Vogelschützer werden wegen Vergiftungsverdacht aktiv

Aktuell nisten wieder Wanderfalken an der Sixtus-Kirche. Foto: Foto: Patrick Radtke

Die zwei toten Greifvögel, die im Bereich der Lavesumer Straße gefunden wurden, werden derzeit untersucht. Jetzt drohen hohe Strafen. „Sollte sich herausstellen, dass die Falken vergiftet wurden, ist dies ein schwerer Verstoß gegen das Gesetz“, sagt Dr. Markus Holt vom Natur- und Vogelschutzverein.

Die Paragrafen 44 und 71 des Bundesnaturschutzgesetzes besagen, dass das Vergiften von Greifvögeln mit hohen Geld- oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet wird. Nach dem traurigen Fund werden die Vogelschützer nun präventiv tätig und beobachten die aktuell am Sixtus-Turm lebenden Wanderfalken. „Wir haben uns aufgeteilt. Es ist stets jemand in der Innenstadt. Durch die kontinuierliche Beobachtung lässt sich, falls es sich um eine absichtliche Vergiftung handelt, der Täter bei einem zweiten Versuch ermitteln“, so Holt.

Jüngster Fall von Anfang April

In der Vergangenheit gab es in Nordrhein-Westfalen immer wieder Fälle von getöteten Raubvögeln. „Das Münsterland ist hier eine der Hochburgen“, sagt Axel Hirschfeld vom Komitee gegen den Vogelmord in Bonn. Im Kreis Borken wurden seit 2005 39 Fälle angezeigt. Zuletzt wurden Anfang April ein Rotmilan und ein Bussard in Ahaus vergiftet. Im Kreis Coesfeld sind es 19 Fälle, im Kreis Recklinghausen fünf. „Das ist aber nur ein kleiner Teil der tatsächlich stattfindenden Taten. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich bei deutlich über 90 Prozent“, so Hirschfeld. In allen Fällen im Kreis Recklinghausen waren die Vögel mit Bodenfallen gefangen worden. Vergiftungen wurden bisher nicht angezeigt. „In einem Fall aus dem Jahr 2014 wurde ein Täter aus Waltrop schuldig gesprochen. Bei ihm wurden zwei tote Sperber gefunden. Ein anderer Fall wurde aus den Wessendorfer Elven in Dorsten bekannt“, so Hirschfeld.

Wanderfalken nisten am Halterner Sixtus-Kirchturm

Vögel nutzen extra gebauten Nistkasten

Haltern Wanderfalken haben sich in einem Kasten an der Sixtus-Kirche niedergelassen. Der Bestand dieser Art ist so hoch wie nie. Andere Falken sind jedoch bedroht.mehr...

„Kamikaze-Tauben“ im Fokus

Anders als andere Greifvögel jagen Wanderfalken ausschließlich in der Luft und sind keine Aasfresser. Statt an einer Vergiftung könnten die Falken eines natürlichen Todes gestorben sein. Dazu passt aber nicht, dass die Vögel zeitnah parallel gefunden wurden und keine Knochenbrüche oder andere innere Verletzungen hatten. „Die Falken bekommt man nicht mal eben mit einer Falle oder einem Fleischköder, der auf den Acker geworfen wird“, sagt Hirschfeld. Deswegen würden oft sogenannte „Kamikaze-Tauben“ eingesetzt. Mit Kontaktgift, häufig Carbofuran, bestrichen, dienten sie als Köder. Beim Rupfen der Federn vergiften sich die Falken. „Carbofuran ist ein Nervengift, das für einen Kreislaufkollaps sorgt“, erklärt Hirschfeld. „Genau genommen sind es drei Verstöße. Man schädigt die Taube, den Falken und bringt Gift in Umlauf“, so Holt. Carbofuran ist auch für Menschen giftig und in der EU verboten.

Wanderfalken waren in den 1970er-Jahren in Deutschland teils schon ausgestorben. Durch eine Initiative der Tierschutzorganisationen erholten sich die Bestände wieder. Allerdings ist auch weiterhin menschliche Unterstützung nötig, damit die Population auf einem hohen Niveau bleibt, so die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz des Naturschutzbundes NRW.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

HALTERN. Seit 20 Jahren gibt es drei Gruppen mit insgesamt 55 Jugendlichen in den Halterner Feuerwehrwachen. Am kommenden Samstag soll auf dem Marktplatz Geburtstag gefeiert werden. mehr...

Haltern 307.000 Euro überweist das Jobcenter des Kreises Recklinghausen zurück an die Stadt Haltern. Doch das ist kein Grund für Jubel für den Stadtkämmerer.mehr...

HALTERN Dr. Fang Li und Yuhuan Zhang erwarten ihr zweites Kind. Die Entscheidung für den Ort der Entbindung haben sie schon gefällt. Im Halterner Krankenhaus ginge es nur noch bis Samstag (30. Juni).mehr...