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Streifzug durch die Antike

Haltern «Haltern», schwärmt Wissenschaftlerin Carola Pohlmann aus Berlin, «ist ein sehr geeigneter, ja geradezu idealer Ausstellungsort.»

Mit schwerem Gepäck reiste die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek an: Im Untergeschoss der Stadtbücherei und in der alten Druckerei ordnet sie 100 Bücher zu einer imposanten Ausstellung an. «Auf zum Olymp - Antike in Kinderbüchern aus sechs Jahrhunderten» versammelt einen außergewöhnlichen Querschnitt durch die Literatur zum Thema Antike. Ältestes Buch ist eine lateinische Grammatik von Johannes Buno, 1651 in Danzig erschienen. Das prachtvollste Buch nimmt Carola Pohlmann voller Bewunderung in die Hand: «Der seinen Vater Ulysses suchende Telemach» war 1727 Deutschlands beliebtestes Kinderbuch. Goethe hat es gelesen, die Halterner dürfen es nur in der Vitrine bestaunen.

Die Kinderbücher des 16. und 17. Jahrhunderts standen in den Bibliotheken der Adelsfamilien. Der normale Bürger hatte weder Zugang noch Geld, viele Menschen konnten gar nicht lesen. «Damals wurden Herrscherbilder vermittelt, an denen sich die Jugend ein Beispiel nehmen sollte», erklärt die 47-jährige Berlinerin. Pädagogisches Geschick bewiesen die Autoren dadurch, dass sie Wissenswertes in Fabeln erzählten und die Bücher reich illustrierten, bis ins 19. Jahrhundert auch von Hand colorieren ließen.

Der Anspruch an die Kinderbücher zur Antike hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Richtete sich das Augenmerk früher auf die Persönlichkeiten, steht heute mehr die Frage nach dem Alltagsleben im Vordergrund.

Über viele Jahre hinweg trug die Staatsbibliothek diese besondere Ausstellung zusammen. Sie wandert nur zu drei Orten, dazu gehört eben auch Haltern. Hier sei sie sehr gut aufgehoben, findet Carola Pohlmann. Wegen der Geschichte Halterns, des Römermuseums und des großen historischen Interesses der Halterner. Elisabeth Schrief

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