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Seuche rafft Kaninchen dahin

Haltern Die Myxomatose, im Volksmund auch Kaninchenpest genannt, breitet sich wieder aus.

40 erkrankte Haustiere wurden in den letzten vier Wochen zur Behandlung in die Tierarztpraxis Dr. Kristen Olivier gebracht. Doch eine Therapie ist kaum möglich, die Tiere sind dem Tod geweiht. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte spricht aktuell sogar davon, die Myxomatose nehme dramatische Formen an. Neben der Infizierung zahlreicher Hauskaninchen erkranken auch die Artgenossen in freier Natur. Gerade hatte sich ihre Population von der Chinaseuche erholt. "Myxomatose ist keine neue Krankheit, sie kehrt vielmehr grassierend immer wieder", sagt Hegeringsleiter Josef Lehmkuhl. Im letzten Jahr dezimierten sich die Kaninchenbestände in den Halterner Revieren durch diese Seuche um 60 Prozent. "Das ist sehr bedauerlich, aber leider können auch die Jäger nichts dagegen unternehmen." Ebenso wenig gegen die Chinaseuche (RHD), die noch aggressiver ist, innerhalb kürzester Zeit tödlich verläuft und in der Regel den Bestand um 90 Prozent reduziert.

Gegen diese 1988 nach Deutschland importierte Seuche hat Züchter Heinz Budde vom Kaninchenzuchtverein W 378 Sythen seine Tiere impfen lassen. Gegen Myxomatose nicht. In seinen 40 Züchterjahren ist bei ihm im Stall kein Fall aufgetreten. Billigster und natürlichster Schutz ist seiner Ansicht nach das Spinnennetz im Stall. Darin verfangen sich die Hauptüberträger, die Stechmücken. Für die Spinnen ein gefundenes Fressen. Myxomatose ist gleichwohl Gesprächsthema im Verein: Vor drei Wochen verlor ein Mitglied aus Hausdülmen mehrere Tiere durch die Seuche. "Wir tauschen uns ständig aus und sind auf der Hut."

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte rät, kein Grünfutter aus Bereichen, in denen Wildkaninchen leben, an die Haustiere zu verfüttern. "Wir Züchter tun das schon lange nicht mehr. Statt umweltbelastetem Grün gibt es Trockenfutter oder Gemüse aus dem eigenen Garten", sagt Heinz Budde. Elisabeth Schrief

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