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Schwimmer ärgern sich über Freibad-Zeiten

Aquarell Haltern

Die Stadtwerke öffnen das Aquarell-Freibad nur bei schönem Wetter. Als Alternative bleibt das Hallenbad. Das ärgert die Frühschwimmer, die ihre Bahnen unter freiem Himmel ziehen wollen.

Haltern

von Elisabeth Schrief

, 27.06.2018
Schwimmer ärgern sich über Freibad-Zeiten

Die Freizeitanlage Aquarell mit Hallenbad (l.) und Freibad wird von den Stadtwerken Haltern betrieben. © Oskar Neubauer

Ilsa Jakob ist Frühschwimmerin und hat während der Freibad-Saison eine Dauerkarte für das Aquarell. Sie möchte draußen ihre Bahnen ziehen, aber das kann sie nur an wenigen Tagen. In ihrem Ärger darüber sagt sie: „Das ist ein Glück-Auf-Freibad. Man hat Glück, wenn es auf ist.“ Ilsa Jakob spricht auch für andere, die unzufrieden sind. Die Beschwerden kennt Heinz van Buer, Leiter des Bereichs Freizeit bei den Halterner Stadtwerken.

Wetterbericht entscheidet

Das Freibad öffnet tatsächlich nur dann, wenn das Thermometer morgens mindestens 20 bis 22 Grad Celsius anzeigt. „Wir prüfen einen Tag vorher bei drei Diensten, welches Wetter zu erwarten ist“, sagt er. Wird es kühl, werden Regen und starker Wind prognostiziert, macht das Freibad nicht auf. Dafür aber öffnet das Hallenbad nebenan. „Ein Bad ist immer offen“, bestätigt Heinz van Buer. Doch die meisten der Frühschwimmer (zwischen 15 und 30) wollen im Sommer nach draußen. „Warum ist das nicht wenigstens stundenweise möglich“, fragt sich Ilsa Jakob. Das Hallenbad sei weder für sie noch für die anderen Frühschwimmer eine Alternative. Weil die Freibad-Öffnung zu kurzfristig entschieden werde und insgesamt unzuverlässig sei, blieben inzwischen Badegäste weg, beobachtet Ilsa Jakob. Es mache alle traurig, dass ein richtig schönes Bad so wenig genutzt werde.


Rückläufige Besucherzahlen

Sparzwänge geben den Ausschlag für die wechselnde Bäder-Öffnung, sagt Heinz van Buer. Wären sowohl Hallen- als auch Freibad offen, müssten Aufsichten und Reinigungskräfte doppelt besetzt und Energiekosten doppelt bezahlt werden. „Wir müssen zusätzlich die Betriebsführung im Seebad organisieren, dürfen aber kein Personal einstellen“, erklärt van Buer die schwierige Lage. Die Bäder arbeiten seit Jahren defizitär. 1,5 Millionen Euro mussten im vergangenen Jahr zugeschossen werden. Dazu gehört auch, dass die Besucherzahlen zurückgehen. Kamen laut van Buer sonst bei schönem Wetter zwischen 800 und 1000 Badegäste täglich, sind es heute wegen langer Schulzeiten oder geändertem Freizeitverhalten nur noch die Hälfte. Beschwerden gibt es immer wieder. „Aber wir machen uns die Arbeit bestimmt nicht leicht“, versichert Heinz van Buer.