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Schnelles Internet

Plötzlich Glasfaser-Alternative - Anwohner vor der Wahl

HALTERN Zunächst sollte die Siedlung Overrath gar keinen Anschluss mit Glasfaser ans schnelle Internet bekommen. Jetzt bieten sich den Anwohnern plötzlich zwei Alternativen – mit einem gewissen Restrisiko. Und wie steht es eigentlich um die anderen „weißen Flecken“ in Haltern? Wir haben nachgefragt.

Plötzlich Glasfaser-Alternative - Anwohner vor der Wahl

Rainer Eberl und Katrin Bielefeld wohnen in der Siedlung Overrath. Sie haben jetzt die Wahl zwischen zwei Anbietern für einen Glasfasreranschluss. Foto: Jürgen Wolter

Mitte Dezember bekamen Katrin Bielefeld und Rainer Eberl Post von der Deutschen Glasfaser. Diese bietet den Einwohnern der Overrath-Siedlung an der Stever an, jetzt doch einen Anschluss für schnelles Internet bis ans Haus zu legen – bei einem Baukostenzuschuss von 600 Euro.

„Das hat uns überrascht“, sagt Katrin Bielefeld, die sich durch das Unternehmen unter Zeitdruck gesetzt fühlt, denn die Anwohner müssen sich bis zum 8. Januar entscheiden, ob sie das Angebot annehmen wollen oder nicht.

Bisher gehörte die Siedlung zu den sogenannten „weißen Flecken“, die nicht ans Glasfasernetz angeschlossen werden sollten. Für sie greift deshalb ein 50-Millionen-Fördertopf des Bundes und des Landes NRW, mit dem im Kreis Recklinghausen der Anschluss auch in Randregionen sichergestellt werden soll.

Verbund der Kommunen
Dazu läuft bereits eine europaweite Ausschreibung. Federführend dabei ist die Kreisverwaltung Recklinghausen. „Wir in Haltern bewegen uns da in einem Verbund unter anderem mit Dorsten, Gladbeck, Oer-Erkenschwick und Marl“, sagt dazu Gunther Albrecht von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Dieser Ausbau ist auch für die Siedlung Overrath vorgesehen. „Der Anschluss im Rahmen der Förderung wäre voraussichtlich preiswerter“, sagt dazu Jens Ahrens, der Breitbandbeauftragte des Kreises Recklinghausen.

Die Deutsche Glasfaser hat sich entschlossen, den Anschluss in der Siedlung Overrath anzubieten, da die Kabelverbindung von Sythen nach Hullern diese sowieso durchquert. Das war zu Anfang zunächst nicht geplant. Das bestätigt Jennifer Epp, die Sprecherin des Unternehmens.

Kein Änderungsantrag

„Diese Entscheidung berührt den Förderbeschluss letztlich aber nicht“, sagt Jens Ahrens vom Kreis. „Kein Gebiet fällt jetzt automatisch aus der Förderung heraus. Wenn wir Gebiete ausschließen wollten, müssten wir dazu einen Änderungsantrag stellen. Das werden wir aber nicht tun.“

Die Anwohner der Overrath-Siedlung haben jetzt ein Problem: „Kann ich sicher sein, dass der Anschluss über den Förderweg tatsächlich gelegt wird, wenn sich viele in der Siedlung für die Deutsche Glasfaser entscheiden?“, fragt Rainer Eberl. Sollte sich ein Teil der Anwohner für dieses Angebot entscheiden, werde es trotzdem aller Voraussicht nach einen weiteren Ausbau auch über die Förderschiene geben, sagt Jens Ahrens: „Dann gibt es zwei ausführende Unternehmen.“.

Das Ausschreibungsverfahren läuft bis zum 16. Januar. Ahrens rechnet damit, dass der Ausbau des Breitbandkabels etwa ab Mai in den Fördergebieten (neben Overrath unter anderem Uphusen, Drügen Pütt, Heimingshof, Eppendorf und Mersch) beginnen kann.

Das jeweilige Telekommunikationsunternehmen, das diese Siedlungen mit schnellem Internet versorgt, verpflichtet sich, seine Dienstleistung für sieben Jahre anzubieten und ebenso anderen Providern seine Netze zu öffnen.

Ahrens geht davon aus, dass auch der Ausbau durch den Förderantrag mit Glasfaserkabeln erfolgt. „Bedingung für die Auftragserteilung ist eine symmetrische Leistung von 100 Mbit“, so der Breitbandbeauftragte. Diese Datenmenge gilt gleichzeitig für Up- und Download. Das sei nur mit Glasfaserkabel erreichbar, nicht mit der Vectoring Technik, die noch auf eine Kombination von Glasfaser- und Kupferkabeln setzt.

Dazu ein Kommentar von unserem freien Mitarbeiter Jürgen Wolter:

Das ist der klassische Fall einer „Qual der Wahl“: Zunächst gehörten die Einwohner der Siedlung Overrath – idyllisch zwischen Halterner und Hullerner Stausee an der Stever gelegen – gar nicht zu den sogenannten „Polygonen“, die die Deutsche Glasfaser mit einem schnellen Internetanschluss versorgen wollte. Damit zählte sie zu den „weißen Flecken“ in Haltern. Diese erhalten jetzt den Anschluss durch Fördermittel. Und jetzt klopft auch die Deutsche Glasfaser wieder an und bietet doch einen Anschluss an, weil die Verbindung von Sythen nach Hullern sowieso durch die Siedlung verläuft. Aber sie fordert eine schnelle Entscheidung. Jetzt haben die Anwohner ein „Luxusproblem“: Das Angebot der Glasfaser annehmen oder auf das Ergebnis der bereits erfolgten Ausschreibung aus dem Fördertopf warten? Wie sicher erfolgt dieser Anschluss, wenn viele andere sich für die Deutsche Glasfaser entscheiden? Wer das Internet braucht, möglicherweise auch beruflich, wird vielleicht lieber auf Nummer sicher gehen. Wer wartet, bekommt den Anschluss unter Umständen preiswerter. Da bleibt nur die Entscheidung zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach – und die ist mit einem gewissen Restrisiko verbunden.

Während in Sythen und Lehmbraken die Glasfaserverlegung abgeschlossen ist, warten alle anderen Ortsteile auf schnelles Internet. Und das soll bald kommen. Ein Video dazu:

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Rainer Eberl und Katrin Bielefeld wohnen in der Siedlung Overrath. Sie haben jetzt die Wahl zwischen zwei Anbietern für einen Glasfasreranschluss.

Jürgen Wolter

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