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Schließung der Geburtshilfe am Sixtus-Hospital

Geburtshilfe gingen die Halterner Kinder aus

Haltern Die Proteste aus der Halterner Bevölkerung gegen die Schließung der geburtshilflichen Abteilung am Sixtus-Hospital zum 30. Juni 2018 sind enorm. Doch von 366 Neugeborenen in 2017 hatten nur 190 Halterner Eltern. Der Rest kam von außerhalb. Ein Indiz fürs Kreißsaal-Hopping, das sich mit der Erweiterung der Geburtshilfe in Dorsten nur sehr wahrscheinlich fortpflanzt.

Geburtshilfe gingen die Halterner Kinder aus

Die umfassende individuelle Betreuung vor, während und nach der Geburt soll den Halterner Müttern auch in Dorsten erhalten bleiben. Foto: INDUSTRIEFOTO G. SCHMIDT

Trotz des Antrages des Aufsichtsrates der KKRN, dem das Halterner und Dorstener Krankenhaus unter anderem angehören, auf Schließung der Geburtshilfe am St.-Sixtus-Hospital zum 30. Juni will die Krankenhaus-Geschäftsführung Serviceangebote für Schwangere in Haltern aufrechterhalten. Andreas Hauke, Geschäftsführer, sagte bei einem Gespräch in Dorsten, dass es eine „geburtshilfliche Sprechstunde“ geben werde. „Die Hebammen werden für die Frauen weiterhin als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen“, kündigte Hauke an.

Attraktives ambulantes Angebot schaffen

In einem hausinternen Workshop werde gerade geprüft, wie ein attraktives Angebot für werdende Mütter aussehen könne. In diesem Zusammenhang bat Hauke in der Bevölkerung noch einmal um Verständnis für die Entscheidung, dass die Schließung der Geburtshilfe unumgänglich ist. „Ich bin ein emotionaler Typ. Die Geburtshilfe hat mir immer sehr am Herzen gelegen . Für mich bedeutet die Schließung eine persönliche Niederlage“, betonte Andreas Hauke. Er hofft nun, dass Halterner Frauen den Weg nach Dorsten nicht scheuen, wenn sie ihr Kind bekommen: „Das sind 20 Kilometer Wegstrecke. Viele Eltern machen heutzutage Kreißsaalhopping, wenn ihnen die Versorgung und die Betreuungsqualität zusagt.“

Vom Hopping profitierte auch Haltern

Tatsächlich hat auch das Sixtus-Hospital vom Hopping profitiert. Denn nur 190 von 366 Neugeborenen in 2017 waren Halterner Kinder. Die restlichen Eltern kamen von außerhalb.

Frauen in Haltern sollen auf eine umfassende ambulante Betreuung nicht verzichten müssen. „Sie können Kontakt zu ihren Hebammen halten, die sie unter der Geburt auch in Dorsten betreuen.“ Denn die Hebammen aus Haltern werden am Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus weiterbeschäftigt. Sie arbeiten in zwei Kreißsälen, ein dritter ist geplant.

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