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Für die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren muss gebaut werden

Joseph-König-Gymnasium

Wenn das Gymnasium zu G9 zurückkehrt, wird es im Schulzentrum eng. Deshalb rechnet die Stadt Haltern gerade, wie sie einen Neubau finanzieren kann. Einen Standort hat sie schon.

Haltern

von Elisabeth Schrief

, 13.07.2018
Für die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren muss gebaut werden

Auf dem Bolzplatz sollen neue Klassenräume entstehen. Finanzierung und Pläne stehen gerade auf dem Prüfstand. © Kevin Kindel

Das nordrhein-westfälische Kabinett hat beschlossen, dass alle öffentlichen Schulen mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückkehren. Das gilt fortan auch wieder für das Joseph-König-Gymnasium. Sowohl die Lehrer- wie auch die Schulkonferenz tragen diesen Beschluss mit, wie Schulleiter Ulrich Wessel auf Nachfrage mitteilt. Somit sind die Schüler, die jetzt von Klasse 5 in Klasse 6 wechseln die letzten, die nach acht Jahren Abitur machen. Die neuen Fünftklässler sind ein Jahr lang G8-, ab Sommer 2019 dann G9-Schüler. Durch die Umstellung wird es 2026 keine Abiturfeier geben.

Lernen statt bolzen

Viel Arbeit geht dieser Veränderung voraus. Lehrpläne müssen ebenso wie Ausbildungs- und Prüfungsordnungen neu geschrieben und neue Schulbücher aufgelegt werden. Hinzu kommt der Modernisierungsschub im Klassenzimmer: Die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft bekommen einen höheren Stellenwert.

Daneben braucht das Joseph-Gymnasium vor allem Platz. Die Verwaltung schlägt vor, einen neuen Trakt mit Klassen auf dem jetzigen Bolzplatz zu bauen. Hier sollen dann auch jene Jahrgänge einziehen, die jetzt in den über 20 Jahre alten Pavillons unterrichtet werden. Die Pavillons werden am Ende abgerissen, die Fläche fällt dem Schulhof zu. 518 Millionen Euro teilt das Land für den Umbau auf G9 landesweit aus. Die Frage ist, mit wie viel Haltern rechnen kann. Der Stadt ist ein möglichst früher Baubeginn wichtig, um nicht in die Hauptbauphase zu kommen, wenn die Preise möglicherweise explodieren.

G8 nicht verteufeln

Mit der Umstellung kehrt das Joseph-König-Gymnasium wieder zum Halbtagsbetrieb zurück. „Wir hatten einen guten Weg gefunden“, sagt Ulrich Wessel über die Umsetzung von G8 und betont, dass er sich gegen eine Verteufelung wehrt. Es habe weder mehr Schulwechsel noch Sitzenbleiber gegeben. 2013 hatten erstmals Schüler nach acht Jahren das Abitur abgelegt. Aber Ulrich Wessel verspricht sich nun eine Entschleunigung des Schulbetriebes und einen Nutzen für Vereine oder Organisationen, denen die jungen Mitglieder teilweise aufgrund langer Schultage abhanden gekommen waren.