Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Eine muslimische Familie in Haltern feiert Ramadan

Fasten in der neuen Heimat

Haltern Jeden Abend, wenn um 22 Uhr langsam die Sonne untergeht, ist für Muslime während des heiligen Fastenmonats Ramadan Zeit fürs Fastenbrechen. Auch in Haltern pflegt die Familie Mohammadi diese Tradition.

Fasten in der neuen Heimat

Die Familie Mohammadi bricht jeden Abend um 22 Uhr ihr Fasten. Aus Gründen der Anonymität möchte die Familie nicht auf einem Foto zu sehen sein.herrmann Foto: Herrmann

Mit viel Liebe entfaltet die Familie Mohammadi die Tischdecke auf dem Fußboden, dann werden auf ihr liebevoll Schüsseln mit duftenden Speisen verteilt. Schon jetzt ist es ein Fest für die Sinne: Es ist ein fremder, aber extrem leckerer Geruch, der in der Luft liegt. In der Mitte steht eine Art Pudding mit arabischen Schriftzeichen: „Allah“ – Gott.

Wenn die Sonne untergeht, beginnt das Fastenbrechen

Seit fast drei Jahren lebt die afghanische Familie Mohammadi in Haltern. Sie sind Muslime und begehen so wie viele ihre Glaubensbrüder und -schwestern zur Zeit den Fastenmonat Ramadan, der am Abend des 16. Mai begonnen hat. „Wir dürfen nach dem Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang nichts mehr essen und trinken. Deshalb stehen wir zur Zeit um 2 Uhr morgens auf. Dann bereiten wir Essen vor, essen und beten“, erzählt die 17-jährige Fatima. „Und dann essen wir erst abends um 22 Uhr wieder.“

Die beiden jüngeren Geschwister Masuma und Mohammad müssen noch nicht fasten, sagt Fatima. Pünktlich um 22 Uhr ertönt ein Ruf aus dem Handy. „Das heißt: Allah ist groß! Das ist eine App, die uns sagt, dass wir jetzt wieder essen dürfen.“

Ein Geschmack von Zitrone, Zimt und – unbekannt

Um das Tischtuch nimmt die Familie Platz, die Teller füllen sich mit Hühnchen, Reis mit Safran, Nüssen und Granatapfel, Rohkost, einer Vielzahl von Kräutern, einer Art Pfannkuchen mit Peperoni. In einem gesonderten Schälchen gibt es den Pudding mit der Aufschrift „Allah“. „Das ist eine Art Dessert“, verrät Mutter Aghele. Es schmeckt nach Zitrone, Zimt und – unbekannt.

Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islams. „Wir fasten, weil es so im Koran, in unserem heiligen Buch steht. Außerdem hat auch unser Prophet Mohammed gefastet. Er ist unser Vorbild“, erklärt Vater Rostam Ali.

Doch im Ramadan geht es um mehr als das Fasten, sagt die Familie. „Alle Menschen machen Fehler in ihrem Leben. Im Ramadan versuchen wir, diese Fehler wieder gut zu machen. Wir helfen den Menschen, denen es nicht gut geht; mit Geld, aber auch ganz konkret. Diese Hilfe gehört zum Ramadan wie das Fasten und Beten“, sagt Vater Rostam Ali.

„Die Tage in Deutschland sind länger“

Aber ist es in Haltern nicht deutlich schwieriger zu fasten, als es in ihrer Heimat ist? „Nein, hier sind die Temperaturen angenehmer. Ein bisschen schwieriger ist es vielleicht, weil hier in Deutschland die Tage länger sind“, sagt der Familienvater.

Seine Tochter Fatima hat diese Erfahrung gemacht: „Ich war erst einige Monate allein in Schweden, bevor ich zu meiner Familie nach Haltern kommen konnte. Da war es sehr schwer zu fasten. Es wird da fast gar nicht dunkel.“ Und wie problematisch ist es, wenn die Menschen, die in Haltern Ramadan halten, in der Minderheit sind? Fatima: „Nur etwas. Allah hilft uns und wir unterstützen uns gegenseitig.“ Zum Abschluss gibt es noch ein Stück selbst gebackene Erdbeertorte.

Es ist fast Mitternacht. In zwei Stunden fängt Aghele Mohammadi wieder an, Essen vorzubereiten. „Manchmal bleibe ich einfach wach. Vor allem, wenn wir Besuch haben und es so viel zu erzählen gibt“, sagt sie lachend.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

HALTERN Im Drachenboot, am Volleyballnetz oder zwischen den Fußballtoren: Am Halterner Stausee war am Wochenende richtig viel los. Hier sehen Sie unsere besten Bilder des Stauseefestivals.mehr...

Haltern Die Alexander-Lebenstein-Realschule feierte in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zum Abschluss aller Festlichkeiten ließen Lehrer und Schüler es noch einmal richtig krachen.mehr...

FLAESHEIM In genau sechs Monaten ist Weihnachten. Damit die Christbäume in einem halben Jahr soweit sind, dass die Halterner sie selbst fällen können, ist der RVR bereits jetzt aktiv.mehr...