Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Gibt es in Haltern Hoffnung auf ein neues Kino?

„Es wäre schön, wenn Haltern wieder ein Kino hätte“

Haltern Das Deli-Theater, das Römer-Theater und nicht zuletzt die Filmklappe gehören in die Halterner Kinogeschichte. 2003 schlossen die Türen des letzten Kinosaals in der Stadt. Doch der Wunsch nach einem Kino ist bis heute ungebrochen.

„Es wäre schön, wenn Haltern wieder ein Kino hätte“

Der jetzige K&K-Markt an der Mühlenstraße - am Deutschen Haus - wurde 1954 als Kinno „Deli-Theater“ in Betrieb genommen. Foto: Foto Elke Rüdiger

Haltern hat seit 2003 kein Kino mehr, aus wirtschaftlichen Gründen war der kleine Vorführsaal an der Zaunstraße nicht mehr zu halten.

Mit Unterstützung der Deutschen Filmförderanstalt hatte Karl-Heinz Voss es am 4. April 1980 eröffnet. Es war damals mit 80 Sitzplätzen das kleinste in Nordrhein-Westfalen. Im Schnitt zählte Karl-Heinz Voss 15.000 Besucher pro Jahr. In Haltern gab es täglich eine Vorstellung, samstags und sonntags drei. Außerdem organisierte der Halterner (qualifiziert mit einem staatlichen Filmvorführerschein) Filmnächte oder Dirty-Dancing-Film-Tanznächte. „Mein einziger freier Abend war der Heiligabend“, erzählte Karl-Heinz Voss der Halterner Zeitung.

23 Jahre Kino-Geschichte gehen zu Ende

Voss gab 1998 das Kino aus Altersgründen an Helmut Fortmann weiter. Der schloss im September 2003 das Haus ab: Das Interesse schwand, durchschnittlich saßen bei Vorführungen zwei Zuschauer in den Kinosesseln. 23 Jahre Kino-Geschichte waren abgespult.

Zwei andere Kinos hatten schon viel früher dichtgemacht: das Römer-Theater und das Deli-Theater. Dazu ein Blick zurück zu den Anfängen. Im Jahr 1906 hatte ein Wanderkino für vier Tage in Haltern einen Kinematographen aufgebaut. In einem Zelt an der Recklinghäuser Straße wurde dem erstaunten Publikum „in einem Riesen-Weltstadtprogramm nur das Allerneueste und denkbar Beste“ vorgeführt. Fortan kamen häufiger Wanderkinos in Wirtshaussäle. Im Saal von Josef Geldmann, Ecke Bahnhof-/Recklinghäuser Straße, gastierte das „Volkstümliche Lichtspielhaus – ein Reformtheater lebender Photographien“ mit den ersten Stummfilmen.

Umfrage

Wollt ihr in Haltern wieder ein Kino sehen?

320 abgegebene Stimmen

Wo heute Kodi ist, liefen damals Kinofilme

Im Lichtspielhaus bei Franz Sondermann – heute Kodi – gab es drei Mal wöchentlich Kino, begleitet von den neuesten Musikinstrumenten. 1924 zeigte dann Josef Nieborg im Sondermannschen Saal am Rekumer Tor die ersten Spielfilme.

Als das Kinogeschäft in den Nachkriegsjahren boomte und überall neue Filmtheater entstanden, eröffnete Nieborg, um der Konkurrenz zuvorzukommen, 1954 sein zweites Kino in Haltern, das Deli-Theater an der Mühlenstraße. Filme wie „Das Lied der Bernadette“ oder „Die Sünderin“ zogen die Massen an. 1000 Plätze im Römer- und Deli-Theater reichten da nicht aus. Es mussten regelmäßig Klappstühle herangeschafft werden. Bis zur Einführung des Fernsehens bestand für Kinos übrigens noch Vergnügungssteuerpflicht.

Das Fernsehen läutete schließlich den Niedergang der beiden Kinos ein. Das Deli schloss 1969, das Römer-Theater gab 1977 auf.

„Es wäre schon schön, wenn Haltern wieder ein Kino hätte“, schreibt Tina Suer auf der Facebook-Seite der Halterner Zeitung. Mit diesem Wunsch steht sie nicht alleine da. „Ja, ein Kino wäre toll!“, pflichtet ihr Patrick Schiavone bei.

„Es wäre schön, wenn Haltern wieder ein Kino hätte“

Der Eingang des alten Kinos an der Zaunstraße. Den Namen „Filmklappe“ dachte sich der Werbemanager einer großen Wurst- und Fleischwarenfabrik aus.

„Der Wunsch ist insbesondere bei Jugendlichen nicht neu“

Allerdings gibt es bei der städtischen Wirtschaftsförderung weder aktuell noch zurückblickend Interessensbekundungen von Investoren oder Betreibern, in Haltern ein (neues) Kino zu etablieren. „Gleichwohl ist der Wunsch insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach einem Kino nicht neu“, stellt Maria Lichter (Wirtschaftsförderung) fest.

Zugunsten von großen Kinokomplexen war über Jahre eine Welle von Schließungen kleinerer Kinos wie in Haltern oder auch in benachbarten Städten zu beobachten. „Die Großkinos benötigen aus betriebswirtschaftlichen Gründen einen Einzugsbereich, der weit über das eigene Stadtgebiet hinausreicht. Insofern ist die Tragfähigkeit eines Kinos in jeder Stadt heute nicht mehr darstellbar, das heißt, nicht realisierbar“, sagt Maria Lichter.

So fahren Halterner Kinofreunde vorzugsweise nach Dülmen, Recklinghausen, Münster oder Bochum. Alles keine weiten Wege.

Hamburger Investor entscheidet sich für Lüdinghausen

Warum sich ein Hamburger Kinobetreiber ausgerechnet für Lüdinghausen als neuem Lichtspielort entschieden hat, wollte im Rathaus Lüdinghausen niemand sagen. Das sei eine interne Angelegenheit, hieß es. In Lüdinghausen allerdings gibt es als begünstigende Faktoren ein Grundstück für die Neuerrichtung eines Gebäudekomplexes mit integriertem Kino, einen Investor und einen Betreiber.

Kinobetreiber und Kommunen investieren in NRW wieder vermehrt in Neu- und Anbauten.

Der Rat in Lüdinghausen hatte 2017 grünes Licht gegeben. Die Stadt verkaufte das rund 10.000 Quadratmeter große Grundstück an die Apollon-Gruppe. Neben einem Supermarkt sollen auf dem Areal fünf Kinosäle mit insgesamt 700 Sitzplätzen entstehen. Betreiber: die Kino K-Motion. Das Hamburger Unternehmen hat einen Mietvertrag über 20 Jahre unterschrieben. Es investiert zudem zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro in den Innenausbau.

Das sagen die Halterner zu einem Kino in ihrer Stadt:

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ehemaliges Spielwarengeschäft Pieper fällt Nordwall-Quartier nicht zum Opfer

Laden zieht offenbar lediglich in der Rekumer Straße um

HALTERN. Ein Zeitplan für die Neugestaltung des Nordwall-Quartiers liegt noch nicht vor. Einzelne Vorhaben aber scheinen in trockenen Tüchern zu sein. Für das ehemalige Spielwarengeschäft Pieper gibt es gute Nachrichten.mehr...

Köhler gewinnt 4,5 Tonnen Holzkohle aus Flaesheimer Meiler

Naturprodukt wird ab dem 29. Mai in Dorsten verkauft

FLAESHEIM. Der Meiler in Flaesheim wurde geöffnet. Köhler und RVR-Ranger sind dabei, das hochwertige Naturprodukt zu verpacken. Diesmal ist der Ertrag besonders gut.mehr...

Irrige Straßenecken in Haltern

Das sagen die Halterner zu den Verkehrspunkten

Haltern Nicht nur die Kreuzung Hennewiger Weg/Römerstraße sorgte für Diskussionsstoff. Auch andere Straßenecken in der Stadt bereiten Halterner Autofahrern Bauchschmerzen.mehr...