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Christel von Kappenbergs

Lippramsdorf Seit 60 Jahren ist Christel Neufeld "Mädchen für alles" auf dem Hof Große-Kappenberg. Sie gehörte 1947 sozusagen zur Aussteuer von Elisabeth Linneweber.

Es wäre unfair, sie - wie früher üblich - als Magd zu bezeichnen. Christel Neufeld hatte Familienanschluss von Anfang an und "sie war adelig". Alle in Eppendorf nannten sie nur "Christel von Kappenbergs". Elisabeth Große-Kappenberg kann darüber noch immer lachen. Als die Lembeckerin heute genau vor 60 Jahren Josef Große-Kappenberg heiratete, kam Christel Neufeld mit. Eigentlich zur Aushilfe, aber sie blieb. Und hat es nie bereut.

Auf der Flucht

Die 79-Jährige fühlt sich wohl: "Ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben." Leicht war es nicht immer. Mit 16 Jahren flüchtete sie allein aus ihrem pommerschen Heimatort Neukarbe, mit dem letzten Zug entfloh sie den einmarschierenden russischen Soldaten. Ihre Familie war schon fort. Nur weil ihre Dienstherrin, eine Arztgattin, sie nicht rechtzeitig gehen ließ, stand sie verlassen in ihrem Heimatdorf, weinend und hilflos. 19,80 Mark hatte sie noch in der Tasche und einen Koffer mit Winterkleidung in der Hand.

Sechs Wochen später fand Christel Neufeld ihre Mutter, ihren Bruder, Tante und Oma in einem ostdeutschen Städtchen wieder, von hier aus holte der auf Schloss Lembeck von den Engländern internierte Vater seine Familie 1947 in den Westen. Selbst die beiden eingezogenen Brüder fanden über eine Tante, die in den 20-er Jahren nach Dortmund gezogen war, in die Familie zurück. "Das war ein wichtiger Markstein in unserer Familiengeschichte", Christel Neufeld ist sehr bewegt, wenn sie von ihren Jugendjahren spricht.

In Lembeck festigte sich ihr Lebensweg. Im Juli 1947 musste Familie Linneweber Platz für eine Flüchtlingsfamilie machen: für Neufelds Es begann eine lebenslange Freundschaft.

In Rente

Als deren Folge ging Christel Neufeld mit Elisabeth Linneweber. Für anfangs 20 Mark im Monat arbeitete sie auf Hof und Feld. Von Beginn an zahlte Familie Große-Kappenberg Rentenbeiträge, damals keine Selbstverständlichkeit, heute ein großes Glück. Christel Neufeld bezieht inzwischen Rente, aber zur Ruhe gesetzt hat sie sich deshalb nicht. "Christel betreut mich und dafür bin ich sehr dankbar", sagt Elisabeth Große-Kappenberg mit sehr viel Herzenswärme. Denn die 84-Jährige ist erblindet. Dankbar ist sie auch, dass Christels Bruder Bringfried und seine Frau immer helfend zur Seite stehen.

Fragt man Christel Neufeld heute nach ihrer Heimat, dann ist das Eppendorf. "Ich gehöre dazu, als wenn ich hier geboren wäre." Keine Sekunde hat es ihr Leid getan, dass sie mit nach Lippramsdorf gekommen ist. Hier ist sie integriert. Es gab nichts, was Familie Große-Kappenberg nicht mit ihr geteilt hätte. Bereut hat sie nur eines: "Dass ich nie einen Auto-Führerschein gemacht habe." Elisabeth Schrief

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