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Netto wird gößer

Auf der Zielgeraden

Haltern Die Bäckerei hat dicht gemacht. Wegen „umfangreicher Umbaumaßnahmen“ durch den Vermieter sei man gewzungen, das Ladenlokal aufzugeben. Das Ende birgt einen Anfang in sich: Die Umgestaltung des Nordwall-Quartiers wird bald beginnen.

Auf der Zielgeraden

Die Fassaden an der oberen Rekumer Straße bleiben erhalten, hinter den Häusern entsteht ein neuer Netto-Markt. Foto: Foto:Elisabeth Schrief

Der einzige Lebensmittelmarkt in Halterns Innenstadt ist zu klein und unattraktiv. Deshalb wird „Netto“ abgerissen und dann neu und größer wieder aufgebaut. Die Verkaufsfläche steigt von 700 auf 1000 Quadratmetern. Was im Oktober im Ausschuss Stadtentwicklung/Umwelt vorgestellt wurde, entwickelt sich nun zu einem konkreten Unternehmen. „Es fehlt lediglich noch ein Gutachten zur Warenanlieferung, dann steht einer Baugenehmigung nichts mehr im Wege“, sagte Baudezernentin Anette Brachthäuser auf Nachfrage. Die Immobilie ist im Besitz von Josef Brosthaus, einem gebürtigen Halterner mit heutigem Wohnsitz in Bergisch-Gladbach. Ihm gehören weitere Häuser an der Rekumer Straße. So hat er für das gesamte Quartier Pläne entwickeln lassen.

Privates Vorhaben



Der Pachtvertrag für die Bäckerei wurde nicht verlängert, weil hier nach Abriss von Hinterhofgebäuden der neue Durchgang von der Rekumer Straße zum Nordwall entsteht. Die Bäckerei hat geräumt und einen Aushang in die Schaufenster-Scheibe geklebt: ...aufgrund massiver Umbaumaßnahmen vom Vermieter sind wir gezwungen, das Ladenlokal aufzugeben“. Die jetzige Passage wird überbaut. Denn der neue Netto-Markt reicht künftig bis an die Grundstückgrenze zum Haus Sondermann. Deshalb ist auch das Geschäft „Pro Büro & Kopier GmbH“ (ehemals Spielwaren Pieper) auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die städtischen Wirtschaftsförderer unterstützen den Inhaber dabei.

Prägende Elemente

Den Politikern ist wichtig, dass im Zuge der Umbaumaßnahmen die kleinteiligen Häuserfassaden an der oberen Rekumer Straße als Stadtbild prägende Elemente erhalten bleiben. „Die gefundene gestalterische Lösung läuft den städtebaulichen Vorstellung zur Innenstadt-Entwicklung tatsächlich nicht entgegen“, stellt Brachthäuser fest.

Josef Brosthaus hatte betont, dass er sich einen möglichst zügigen Baustart wünscht. Dahinter steht auch der Druck von Netto, expandieren zu wollen, um das Warensortiment erhöhen zu können. Laut letztem Einzelhandelsgutachten braucht die Innenstadt tatsächlich ein leistungsstarkes Nahversorgungsangebot, um Frequenz in die Stadt zu holen.

Bei der Neu- und Umbaumaßnahme handelt es sich um ein privates Vorhaben.

Entwicklung der Innenstadt

Die Stadtverwaltung arbeitet indes intern an dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Hierbei geht es darum, Stärken und Schwächen aus- sowie das Stadtbild und die Baukultur aufzuwerten, Stadtquartiere weiter zu entwickeln, nachzuverdichten und Versorgungsstrukturen zu stärken.

„Hierbei brauchen wir die Mitarbeit der Politiker und der Bürger“, kündigt Anette Brachthäuser an. Ende 2018 soll das Konzept, entwickelt mit Unterstützung eines Planungsbüros, fertig sein.

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