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Zum Sparen verdammt

Als die bayerische Beteiligungsgesellschaft Arques Industries im April die Übernahme von van Netten bekannt gab, schien die Zukunft der Brackeler Süßwarenfabrik gesichert.

Und so räumte der damalige Geschäftsführer Werner Pithan auch mit der Gewissheit seinen Stuhl, dass es mit dem Unternehmen bald wieder aufwärts geht.

Gleichwohl wurde die von Arques Industries gleich ausgesprochene Standortgarantie teuer erkauft. 77 Mitarbeiter mussten gehen. Nur so sei van Netten zukunftsfähig, hieß es damals. Denn trotz eines Umsatzes von 70 Millionen Euro schrieb die Fabrik zuletzt rote Zahlen. Grund war der beinharte Verdrängungs-Wettbewerb, den sich die Branche liefert.

Doch offenbar haben sich die 260 noch im Unternehmen verbliebenen Mitarbeiter zu früh gefreut. Auch sollte Gewerkschafter Torsten Gebehart mit seiner Einschätzung zur Zukunft von van Netten Recht behalten. Gebehart hatte nämlich genau zugehört. Als man bei Arques Industries davon sprach, weiter an der Kostenschraube zu drehen, schwante dem NGG-Mann nichts Gutes.

Und genauso ist es gekommen. Die Gewerkschaft und die Geschäftsleitung der van Netten GmbH in Brackel verhandeln derzeit über einen Sanierungstarifvertrag. Um den Standort Dortmund zu erhalten, verlangen die neuen Gesellschafter den Verzicht auf Urlaubsgeld und Sonderzuwendungen bis 2009 und die Bereitschaft aller Beschäftigten, bei entsprechendem Arbeitsbedarf bis zu zwei Stunden wöchentlich unbezahlt zu arbeiten. Immerhin: Nach erfolgreicher Sanierung 2008/2009 soll der Gewinn zu 50 Prozent an die Arbeitnehmer ausgeschüttet werden. Auch wenn das alles für die Mitarbeiter überraschend kommt, rät Betriebsratsvorsitzender Gerd Wirminghaus ihnen dennoch, diese Kröten zu schlucken. «Es geht um unsere Arbeitsplätze.» Arques Industries könne nicht noch mehr Geld in das Unternehmen pumpen. Wirminghaus hofft, dass die Mitarbeiter, wenn auch zähneknirschend dem Vertrag zustimmen. Damit endlich wieder Ruhe bei van Netten einkehrt. ar

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