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«Wir kippen ja auch kein Billig-Öl in unser Auto»

Der junge Mann in seiner Dienstkleidung: gedeckter Anzug, links das Aktenköfferchen in der Hand, rechts das Handy, dazwischen eine Tüte Pommes unters Kinn geklemmt - vor ihrem geistigen Auge ließ Bärbel Höhn, einst kämpferische grüne Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen, den Prototypen einer Fast-Food-essenden Generation entstehen. Einer, die sich abhetzt durchs Leben.

Und Bärbel Höhn setzte dagegen: «Das ist doch kein Genuss. Wir müssen endlich begreifen, dass ein Lebensmittel ein Mittel zum Leben ist. Wenn wir gute Produkte kaufen, tut das unserem Körper gut. Wir kippen ja auch kein Billigöl in unser teures Auto.» Gute Produkte, gesunde Produkte lassen nach Höhn nur eine Gleichung zu: Bio-logisch!

Und so trommelte das Ausschuss-Mitglied für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages kräftig für den Einkauf von Bio-Produkten: Gestern war in der Lebensmittelabteilung «Perfetto» des Dortmunder Karstadt-Hauses Auftakt zu den bundesweiten Karstadt Bio-Aktionswochen. Bio boomt. 15 Prozent Steigerung im vergangenen Jahr lassen aufhorchen. Klaus Wilmsen, Leiter Qualitätssicherung und Umweltschutzbeauftragter bei der Karstadt Warenhaus GmbH, erinnerte an Pionier-Zeiten, in denen es Bio-Produkte noch schwer hatten, in aller Munde zu sein.

Vor zwölf Jahren wären sie in einer Pilotgruppe «ökologische Ausrichtung von Lebensmitteln», damals stark belächelt, mit 175 Produkten gestartet. Heute können Karstadt-Kunden in den eigenen Bio-Shops, also auch in Dortmund, unter 3000 Artikeln auswählen. Bis zum 7. Juli finden die Verbraucher hier, im Untergeschoss am Westenhellweg, Info- und Kochstände, Angebote, Rezepte und vieles mehr.

Zu den ersten Genießern gehörten gestern Sechs- bis Achtjährige aus dem «offenen Ganztag» der Gildengrundschule in Huckarde. Sie kochten leckere Nudeln mit frischen Kräutern. Claudia Dröge, Koordinatorin der Offenen Ganztagsschule, war begeistert vom Angebot: «Gerade bei unseren Kindern ist eine warme Mittagsmahlzeit sehr wichtig. Fast 50 Prozent der Eltern zahlen nicht oder können die 2,50 Euro am Tag hierfür nicht zahlen.» bö

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