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Wenn jede Niete doch ein Treffer ist

5 vor 5 in Dortmund: Jeden Mittwoch stellen wir Menschen unserer Stadt vor:

Wenn der nächste Kunde kommt, geht ein Ruck durch Dirk Schneider. Er tritt dicht an den Tresen, strafft sich: «Gudendag der Herr, bidde das Richtige ziehen». Der Herr möchte zwei Lose. «Wie die Vitamin-Bonbons - nimm zwei.»

Dirk Schneider hat für (fast) jeden Käufer und für (fast) jede Situation den richtigen Spruch. «Es ist eine Sache des Augenblicks, wo ich mir sage: Kann der Kunde so einen Spruch vertragen?» Ob er schon mal daneben gelegen hat? «Ich sag mal: in weit mehr als 95 Prozent klappt das.» Gute Quote.

Genau das macht ihm Spaß - diese Sprüche, der lockere Umgang mit den Kunden. Wer dem 37-jährigen hauptberuflichen Losverkäufer für die Stadttombola aber ganz blöde kommt, muss mit dem passenden Spruch rechnen. «Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es heraus.»

Im dritten Jahr verkauft der gebürtige Wuppertaler an der Petri-Kirche Lose der Stadttombola zugunsten der Kinderferienparty. «Einerseits ist es nicht mein Traumjob. Anderes ist es für die Kinderferienparty. Damit kann ich mich identifizieren. Das ist ganz wichtig für mich.» Schneider ist immer um positive Ausstrahlung bemüht. Wenn jemand eine Niete gezogen hat, «dann sag ich dem: Aber es ist für die gute Sache.»

Um 5 vor 5 ist in vor seinem fünf Quadratmeter großen Reich nicht allzu viel los. «Ist ganz unterschiedlich. Mal brummt's, mal ist eine Stunde nichts los.» Ein junges Pärchen steuert die Lostrommel an. «Gudendag die Dame und der Herr. Da sag ich mal: Ladies first.» Zwei Lose, zwei Nieten. Macht nix, ist ja für die gute Sache. «Schön'ndagnoch wünsch' ich euch.» Jörg Heckenkamp

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