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Wenn der Code zur Kunst wird

Eine Reihe bunter Bretter hängt hochkant an einer Wand. Ihre Rücken sind weiß beschichtet. Erst in der Draufsicht ergibt sich ein rhythmisches Muster. So sieht eines der Werke der Dortmunder Bildhauerin Simone Jasinski aus.

«Das ist ein Strichcode», klärt sie über diese drei Meter lange und einen Meter hohe Installation auf. Der 30. Jahrestag der Einführung von Strichcode-Dateiverwaltungssystemen in diesem Jahr inspirierte sie zu dem Werk. «Ich habe mich gefragt: Was ist die Bedeutung hinter diesen Codes, die ja inzwischen sogar schon zur Registrierung von Menschen, etwa in Krankenhäusern, benutzt werden.»

Vielfach frage man sich, wo all die Daten landeten, die durch Strichcodes erfasst würden. In einer kleinen Fassung des Werkes hat sie dem Muster auch tatsächlich einen Code verpassen lassen.

Kommunikation spielt auch bei einem anderen Werk eine wichtige Rolle. Das Ensemble «Kein Mikado» besteht aus ebenfalls senkrecht angeordneten, bunten Neonröhren, wiederum rhythmisch drapiert, zum Teil gegeneinander leicht geneigt. «Viele Menschen assoziieren Buchstaben. Das ist der gewünschte Effekt. Aber tatsächlich ist es keine Schrift», so die Künstlerin, die an der Fachhochschule Dortmund, der Kunstakademie München und der Uni Wuppertal studiert hat.

Neben Werken mittleren Formates hat Jasinski aber auch in ganz anderen Dimensionen gearbeitet. Unter anderem ergatterte sie den Auftrag zur Gestaltung der Fassade der niederländischen Botschaft in Berlin. Kunst am Bau schuf sie auch 2006 mit dem bunten Beton-Stahl-Stelen-Ensemble «GeMannschaft» am Wulfshof in Oespel. nhs

Bis Ende September stellt Jasinski im Oer'schen Hof in Münster aus.

www.simone-jasinski.de

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