Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mit „Walter“ in 16 Tagen um die Ostsee

Dortmunder starten bei Rallye „Baltic Sea Circle“

7500 Kilometer, 10 Länder, keine Autobahnen, kein Navi: Die Dortmunder Benjamin Gottstein und Christina Evinger wollen Mitte Juni bei der Rallye „Baltic Sea Circle“ in 16 Tagen die Ostsee umrunden - in einem alten Audi namens „Walter“. Ein Hobby von ihnen bringt sie dabei in Zeitnot.

DORTMUND

von Thomas Thiel

, 03.06.2018
Mit „Walter“ in 16 Tagen um die Ostsee

Christina Evinger und Benjamin Gottstein starten am 16. Juni in Hamburg bei der Rallye „Baltic Sea Circle“. © Dieter Menne

Noch ist „Walter“ nicht bereit. Der 25 Jahre alte Audi 100 Avant steht im Hinterhof des Mehrfamilienhauses in der Nordstadt, in dem Benjamin Gottstein und Christina Evinger wohnen. Gottstein will ihm noch ein Funkgerät verpassen, außerdem zimmert der 31-Jährige ein Regalsystem in den Kofferraum des Kombis. Damit später Platz ist für eine große Kühltruhe, aber auch für Auto-Ersatzteile wie Kühlschläuche.

Die könnte „Walter“, der seinen Namen zu Ehren von Gottsteins verstorbenem Opa trägt, bald dringend nötig haben. Denn vor dem Audi liegen rund 7500 Kilometer. Von Hamburg aus geht über Dänemark, Schweden und Norwegen ans Nordkapp, durch die finnische Pampa, über russische Schlaglochpisten, Schotterpisten in den baltischen Staaten und Polen wieder zurück nach Hamburg - und das alles in 16 Tagen.

Beim „Baltic Sea Circle“ geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um das Erlebnis

Gottstein und Evinger bilden eines von 250 Teams der Rallye „Baltic Sea Circle“, die am 16. Juni startet. Dafür hat das Paar 850 Euro Startgebühr bezahlt. Es ist keine Rallye im sportlichen Sinn. Es geht nicht darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Stattdessen bekommen die Teams verschiedene Aufgaben gestellt, die sie auf den Etappen lösen können.

Doch eigentlich geht es um das Gefühl, etwas Besonderes, Einmaliges zu erleben - das Heilsversprechen des individuellen Reisens im 21. Jahrhundert. „So etwas habe ich noch nie gemacht“, sagt Gottstein. „Ich will neue Kulturen und Länder kennenlernen.“

Alle Rallye-Teilnehmer sollen 750 Euro für guten Zweck sammeln

Damit das klappt, sind auf der Rallye Navis und Autobahnen verboten. Die Teams sollen sich durch das Hinterland schlagen, sich zu verfahren gehört zum Konzept.

Genau so wie der Wohltätigkeitsgedanke der Rallye: Alle Teilnehmer verpflichten sich, 750 Euro an Spenden für einen guten Zweck zu sammeln.

Gottstein und Evinger haben sich für die Neven-Subotic-Stiftung entschieden, die Brunnen in Äthiopien baut. Um Sponsoren zu motivieren, verlosen sie unter allen Spendern unter anderem signierte Fußballschuhe des Ex-BVB-Verteidigers.

Gottstein hat schon 90 Stadien in 16 Ländern besucht

Gottstein und Evinger sind darüber hinaus auch noch auf einer eigenen Mission: Sie wollen während der Rallye unbedingt ein paar Spiele der zweiten und dritten Fußball-Ligen Skandinaviens anschauen, die dann noch laufen. Die beiden sind begeisterte „Groundhopper“, was vielleicht am ehesten mit Fußballplatz-Touristen übersetzt werden kann.

Gottstein war bereits in 90 Stadien in 16 Ländern, seine Freundin hat er mit seiner Leidenschaft angesteckt. Unbedingt sehen wollen die beiden das winzige Stadion des Fischerorts Henningsvær auf den Lofoten, einer norwegischen Inselgruppe - ein kleiner Sprenkel Grün auf einem Felsen im Nordatlantik, bei dem Befreiungsschläge schnell in den Wellen landen.

Ihr Hobby bringt die beiden bei der Rallye in Zeitnot: Sie haben sich Karten für das WM-Spiel England gegen Belgien in Kaliningrad besorgt. Es gibt nur ein Problem: „Eigentlich sind wir laut Rallye-Plan erst einen Tag später da“, sagt Gottstein. „Aber da müssen wir halt ein bisschen schneller fahren.“

Benjamin Gottstein und Christina Evinger werden von ihrer Reise auf ihrem Blog vonauswaerts.de berichten. Spenden können direkt auf der Internetseite der Subotic-Stiftung eingezahlt werden.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Nach Wechsel des BVB-Profis

So geht es mit der Neven-Subotic-Stiftung weiter

Neven Subotic hat Dortmund als Fußballprofi verlassen. In der vergangenen Woche verkündete der BVB den Wechsel des Serben zum französischen Erstligisten AS Saint-Étienne. Mit der Stadt ist er aber auch Von Jana Klüh