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Von der neuen Lust auf Hopfen

Patriotische Biertrinker quälten sich in letzter Zeit immer öfter beim Gedanken, in «ihrer» alten Bierstadt laufe zunehmend eine süßliche Variante aus südlicheren Regionen des Westfalenlandes aus den Zapfhähnen. «Welcher Frevel!», zürnten sie. Wir fragten nach. An der Quelle. Und die sprudelte los:

Durst im Verein

Das Gefühl vom fremden Gebräu in heimischen Zapfanlagen muss - laut Chefetage der Dortmunder Brauereien - ein subjektives sein. «Wir haben hier rund 1000 Betriebe, die Do-Biersorten ausschänken, inklusive Discotheken. 25 Prozent der Betriebe sind Vereinsheime, überwiegend in Kleingarten- und Sportvereinen. Die sind für uns sehr wichtig», freut sich Thomas Schneider. Das Dortmunder Ur-Gewächs, im März zum neuen Geschäftsführer gekürt, schürt neue Bierlust. Bald auch im Signal Iduna Park, so hofft er. In der Fußball-Oper fließt nämlich nur aus jeder zweiten Schankanlage Dortmunder. Thomas Schneider arbeitet daran.

Zwei Drittel der Dortmunder Betriebe zapfen Brinkhoff's und Kronen, ein Drittel anderes DO-Bier, darunter vornehmlich DAB, gefolgt von Stifts und Thier. «Wir haben für alle Eigenmarken echte gastronomische Aushängeschilder in Dortmund», freut sich Repräsentant Jens von der Wege.

Einer der besten Werbeträger für die Marke «Stifts» ist die bekannte Overkamp-Gastronomie auf dem Höchsten. Von den Bierbrauern kommt nur Lob zur Zusammenarbeit, zum Absatz, zum Engagement der Familie, die sich allen neuen Herausforderungen in der Gastro-Szene stellt. Das müsse auch so sein, meint Schneider. Wer sich auf Erfolgen ausruhe, sei sehr schnell weg vom Fenster.

Und die Herausforderungen an die Wirte werden im Zeitalter der stubenhockenden Internet-Nutzer nicht geringer. «Wir investieren gezielt, um den Bierabsatz zu erhöhen», verspricht der Brau-Chef. Und wie viel im Jahr? Schneider schmunzelt, lässt sich nicht in die Karten gucken, und spricht von «einem siebenstelligen Betrag».

Zeitgemäß

Die Bandbreite reicht vom Glas bis zur Neueinrichtung, vom Sonnenschirm bis zur Außenwerbung. Jens von der Wege nennt Beispiele: «Es geht auch um die Umwandlung von gutbürgerlichen zu zeitgemäßen Betrieben. Das ´Barrock` an der Lindemannstraße ist so eine Erfolgsgeschichte. Und zuletzt die Verwandlung vom ´Advokaten` zum ´Schnitz` an der Kaiserstraße. Heute suchen wir erst den richtigen Betreiber, um dann zu renovieren.» Ulrike Böhm-Heffels

Sprudelnden Absatz versprechen natürlich Dortmunds große Feste: «A la carte» steigt vom 8. bis 11. August. Und: In diesem Jahr nehmen die Wirte kein Pfand mehr!

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