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«Unternehmer haben nichts Schmuddeliges»

«Der Begriff des Unternehmerstandes ist negativ besetzt in den Köpfen der Menschen», bedauert Jürgen Böhm. Das soll sich ändern, so der Wunsch des Kreisvorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Dortmund. Schließlich liege es vor allem in den Händen der Unternehmer, die Zukunft der Stadt zu gestalten.

Die MIT hatte am vergangenen Mittwoch ins Haus Ernst & Young am Westfalendamm eingeladen, um mit führenden Köpfen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur über die Zukunft der einstigen Industriestadt zu diskutieren. Visionen wollte Böhm hören. Wie könnte Dortmund in 20 Jahren aussehen?

Doch mit Visionen ist man vorsichtig geworden. So bezeichnete Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, schon die Ziele des dortmund-projectes, mit dem man 2000 an den Start gegangen ist, als «wagemutig». 70 000 Arbeitsplätze wollte man bis zum Jahr 2010 schaffen. Dennoch könne man auch stolz sein auf das Erreichte. So wurde zum Beispiel der prognostizierte Bevölkerungsrückgang aufgehalten. «Nun heißt es, die Bevölkerungsstruktur zu ändern. Es muss deutlich mehr Menschen geben, die ihr Leben aus eigener Tasche finanzieren können.»

Das Unternehmertum sei dafür bestens geeignet. «Wir müssen den Menschen klar machen, dass man nicht nur Beamter oder Angestellter werden kann», so Prof. Dr. Peter Witt vom Lehrstuhl für Innovations- und Gründungsmanagement der Universität Dortmund. «Unternehmer haben nichts Schmuddeliges an sich.» Einer der Gründe für die Einrichtung des Lehrstuhls sei gewesen, dieses Image aufzupolieren.

Guido Baranowski, Geschäftsführer des TechnologieZentrums, will kreative Köpfe in die Stadt holen und nicht ausschließlich auf den eigenen Nachwuchs setzen. «Das würde die gesamte Region für Jahre prägen.» Und Konzerthauschef Benedikt Stampa verlangt nach weiteren kulturellen Leuchtturm-Projekten wie das vom Oberbürgermeister angestrebte Museum im U-Turm.

«Wir sind nicht Paris oder London, werden es auch nie werden.» Mit einer weiteren Verstärkung der «kulturellen Seele» sei man aber auf einem guten Weg, zur echten Metropole zu werden. Johannes Franz

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