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Tödliche Wäsche

Asbest - die todbringende Faser. Als Dorothee Dreves gestern die Ruhr Nachrichten aufschlug, las sie es wieder schwarz auf weiß: Auch Ehefrauen, die die asbestverseuchte Arbeitskleidung ihrer Männer wuschen, seien betroffen gewesen. Darunter ihre Mutter Marianne Dreves.

Sie starb am 26. August 2007. Tochter Dorothee kämpft seit der Diagnosestellung bei ihrer Mutter im Frühjahr 2006 um Gerechtigkeit. "Mir geht's nicht um Geld." Auf die Feststellung legt die 52-Jährige Wert. Sie will mit ihrer auf Asbestfälle spezialisierten Anwältin bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, damit endlich klar gestellt wird, dass die Tumorerkrankung ihrer Mutter, ein Pleuramesotheliom, durch den Beruf des Vaters bedingt worden war, und nicht in der privaten Verantwortung lag.

Was war passiert? Dorothees Vater Günter, Diplom-Ingenieur für Textil, war zunächst als Spinnmeister in den Vereinigten Asbest-Werken Danco-Wetzell und Co. AG am Hafen beschäftigt. Über 200 Mitarbeiter hatte dieser Betrieb, der nach dem vollständigen Verbot von Asbest in Deutschland Anfang der 90er Jahre aufgelöst wurde. Dorothee Dreves: "Alle, die ich von der Firma kannte, sind inzwischen gestorben."

Gefährlichkeit bekannt

Vater Günter wurde Betriebsleiter. Er starb 1999 an den mannigfachen Folgen seiner Asbestose. Schon 1962 war sie bei ihm festgestellt worden. Zwischen 1952 und 1962 wurde seine Arbeitskleidung ausschließlich zu Hause gewaschen. Tochter Dorothee: "Die Arbeitnehmer waren verpflichtet, die Arbeitskleidung mit nach Hause zu nehmen. Und bis zur Reform der Ehegesetzgebung im Jahr 1970 waren wiederum die Ehefrauen verpflichtet, die Kleidung ihrer Männer zu waschen." Sie ergänzt: "Obwohl die Gefährlichkeit von Asbest den Berufsgenossenschaften schon seit den 40er Jahren bekannt war."

Für Mutter Marianne sollte diese Verpflichtung der Anfang von ihrem Ende bedeuten, zwar erst viele Jahre später, dann aber eindeutig diagnostiziert. Ulrike Böhm-Heffels

Seite 6: Asbest

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