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Todeskampf der Babys dauerte mehr als eine Minute

DORTMUND Drei Kinder sterben innerhalb von nicht einmal drei Jahren. Alle hören plötzlich auf zu atmen - einfach so. Einfach so? In der vergangenen Woche hat Sabrina L. (27), die Mutter von Chantal, Pascal und Kevin, vor dem Schwurgericht zugegeben, die Kleinen erstickt zu haben.

Todeskampf der Babys dauerte mehr als eine Minute

Sabrina L. (27) hat zugegeben, ihre drei kleinen Kinder erstickt zu haben.

Doch warum konnte niemand eingreifen und die Tragödie verhindern? Auf der Suche nach einer Antwort befragten die Dortmunder Richter mehrere Ärzte, die die Kinder auf den verschiedenen Stationen ihres Lebens gesehen haben: Kinderärzte, Notärzte - und auch Gerichtsmediziner Dr. Eberhard Josephi. Der Arzt hatte im Juli 2001 die traurige Aufgabe, die Leiche der gerade zwei Monate alten Chantal zu obduzieren. Sein Ergebnis: "Keine todesursächlichen Erkrankungen." Aber auch: "Keine Anzeichen für Vernachlässigung oder Misshandlung." Mit anderen Worten: Eine andere Erklärung, als den viel gefürchteten "Plötzlichen Kindstod" fand sich für den frühen Tod des Mädchens nicht. Auch als zwei Monate später Chantals anderthalb Jahre alter Bruder Pascal starb - auch er hörte in seinem Bettchen einfach auf zu atmen - war die Diagnose letztendlich die gleiche. Manchmal, das ist das Fazit aller Mediziner-Aussagen, ist es bei kleinen Kindern nicht möglich zu unterscheiden, ob es zum Plötzlichen Kindstod gekommen sei, oder ob jemand das Kind bewusst erstickt hat. Es herrschte Stille im Saal, als Dr. Josephi eine weitere Frage des Gerichts beantworten sollte: "Wie lange dauert es, bis ein Kind beim Ersticken das Bewusstsein verliert?" Antwort: "Eine Minute bestimmt." Es müsse aber nicht zwingend so gewesen sein, dass die Kinder noch gestrampelt hätten... Die Angeklagte hörte die ganze Zeit über völlig regungslos zu. Der Prozess wird fortgesetzt.

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