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Tätowierwut im Altenheim

Hörde Kabarettprogramme bedürfen häufig eines Reifeprozesses im Austausch mit dem Publikum, bevor Pointen geschliffen sind und Spitzen zielgenau sitzen. Da bildet auch "Fluch der Falten", das neue Programm, mit dem Simone Fleck am Wochenende im voll besetzten Cabaret Queue Premiere feierte, keine Ausnahme.

Eine Vielzahl von Charakteren von der sonnenbebrillten Fitness-Tusse, über die Mutter, die sich mithilfe der Killerinstinkte ihrer Kinder an der Welt rächen will, bis zur tumben Lebensmittelverkäuferin Susi bringt die Kabarettistin in gewohnt schnellem Wechsel mit wenigen Griffen in die Kostümkiste auf die Bühne. Dabei wirken einige Gags noch etwas hölzern, stellenweise verpufft die eingeforderte Publikumsreaktion wirkungslos im Raum. Etwa, als sie ihre langbeinige Giraffe zum Kuscheln durch die Reihen schickt, damit die Zuschauer einander näher kommen. Eine witzige Idee, von der man sich öfter einen "Kuschelzwischenstand" im Austausch zwischen Kabarettistin und Publikum gewünscht hätte.

Doch wenn Oma Wally mit tief ins Gesicht gezogener Mütze, übergroßem Mantel, beleuchtetem Krückstock und Unterkiefer-Überbiss die Bühne betritt, ist Simone Fleck in ihrem Element und läuft zur Höchstform auf. Wenn sie hemmungslos pöbelnd durch die Publikumsreihen zieht und sich über putzwütige "Sagrotan-Schnüfflerinnen", Marotten ihrer Mitinsassinnen und Tätowierwut im Altenheim mokiert, ist das Publikum nicht mehr zu halten. Keiner wagt ihr zu widersprechen, wenn sie "Gehhilfen-Slalom", "Rollator-Wettlauf", "Wer hat den schönsten Tinnitus" und "Deutschland sucht den Faltenstar" als zukunftsweisende Wettkämpfe proklamiert.

Und auch Frauenkenner Hannes vom "Verein für fertige Männer" im Schlabberlook mit Pilotenbrille weiß mit lüsterner Mimik, dreckiger Lache und beherztem Griff in den Schritt zu überzeugen. Man darf gespannt sein, wie sich das Programm noch weiterentwickelt. het

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