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Sanierung des Lanstroper Ei hat begonnen

Start frei für die Sanierung des Lanstroper Eis

Grevel Rund um den vom Rost befallenen Wasserturm mit Spitznamen „Lanstroper Ei“ wächst momentan ein Spezialgerüst in die Höhe. Anschließend kann die Sanierung beginnen. Das eigentlich Ei muss aber noch ein wenig warten.

Start frei für die Sanierung des Lanstroper Eis

Mit Kränen wird das 55 Tonnen schwere Spezialgerüst zurzeit rund um den Wasserturm aufgebaut. Foto: Michael Schuh

Es ist mehr als ein denkmalgeschütztes Bauwerk: Das Lanstroper Ei ist eine Landmarke, ein Wahrzeichen des Dortmunder Nordostens, das täglich Tausenden Autofahrern auf der A2 ins Auge sticht. Jahrelang wurde die Sanierung des über 100 Jahre alten, vom Rost befallenen Wasserturms immer wieder ins Auge gefasst – und letztlich doch verschoben.

Aber das Warten hat nun ein Ende: Die Sanierungsarbeiten haben begonnen, eine Firma aus Sachsen-Anhalt errichtet derzeit ein eigens dafür angefertigtes Gerüst rund um den fast 60 Meter hohen Turm, von dem aus die weiteren Arbeiten erfolgen. Was lange währt, wird endlich gut.

55 Tonnen schweres Spezialgerüst wurde aufgebaut

Seit April bringen Mitarbeiter des Unternehmens „Profil Stahl- und Metallbau“ aus Jessen (Sachsen-Anhalt) im ersten Bauabschnitt das Gerüst an, das vom Dortmunder Ingenieurbüro Löschmann entworfen, in Jessen angefertigt und dann mit mehreren Lkw nach Dortmund gebracht wurde. Wobei sich dieses Arbeitsgerüst nicht mal eben aufstellen lässt: Die Stahlträger wiegen insgesamt 55 Tonnen und können nur mithilfe eines entsprechend starken Kranes an ihren Platz befördert werden.

Zudem wurde auf dem Gelände eine Baustraße angelegt, um das Ei mit den schweren Fahrzeugen zu erreichen. „Aber diese Variante ist kostengünstiger, als es eine konventionelle Einrüstung gewesen wäre“, verdeutlich Bernd Gruber vom städtischen Fachbereich Liegenschaften, dass Entwurf, Anfertigung und Transport durchaus Sinn ergeben.

Marode Teile werden repariert oder ausgetauscht

Sobald der Wasserturm komplett eingerüstet ist, können die Stahlbauer die eigentliche Arbeit in Angriff nehmen. „Marode Stahlteile sollen ausgetauscht oder ertüchtigt werden“, erläutert Gruber. Wenn möglich, genießt die Reparatur Vorrang vor einem Austausch. Aus gutem Grund: Die Denkmalpfleger wollen möglichst viele Originalteile des denkmalgeschützten Bauwerks erhalten.

Bei der Sanierung arbeitet „Profil Stahl- und Metallbau“ eng mit dem Technischen Ausbildungszentrum in Körne zusammen, wo die demontierten Stahlteile saniert werden. „Das geschieht natürlich unter der Anleitung von Ausbildern“, sagt Gruber. Zuletzt werden die Stahlteile dann mit Farbe beschichtet, um das Metall so vor Wind und Wetter zu schützen. In den Genuss einer gründlichen Überarbeitung kommen zunächst die Treppen, da es sich dabei nicht um tragende Teile handelt. Gruber geht davon aus, dass diese Arbeiten noch in diesem Jahr beendet werden.

Langjähriger Kampf geht zu Ende

„Wir sind glücklich, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Bruno Schreurs, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Lanstroper Ei, „denn es hängt viel Herzblut daran.“ Ob die Sanierung nun seit acht, neun oder gar zehn Jahren in Aussicht gestellt wird, vermag Schreurs nicht mehr genau zu sagen: „Wir kämpfen auf jeden Fall schon lange.“

Dem Förderverein gehe es darum, dieses Industriedenkmal, das wegen seines Barkhausen-Stils und seiner Größe ein Alleinstellungsmerkmal besitze, zu erhalten: „Viele Dortmunder sehen das Lanstroper Ei von der Autobahn aus und wissen: Jetzt sind wir wieder zu Hause.“

Komplettsanierung kostet zwei Millionen Euro

Die Kosten für die komplette Sanierung belaufen sich laut Bernd Gruber auf insgesamt rund 2 Millionen Euro. Etwa 1,2 Millionen Euro, weiß Bruno Schreurs vom Förderverein, koste allein die erste, momentan laufende Baumaßnahme zur Sanierung des Turms. 400.000 Euro stammen aus Bundesmitteln, 250.000 Euro steuert die NRW-Stiftung bei, der restliche Betrag kommt von der Stadt Dortmund.

Im zweiten Abschnitt soll dann das eigentliche Ei auf Vordermann gebracht werden. „Wir sind unterwegs und besorgen Fördergelder“, gibt sich Schreurs optimistisch: „Und die werden zügig kommen.“ Selbst wenn bis zur Behälter-Sanierung noch etwas Zeit ins Land ziehen sollte, entfällt ein Kostenpunkt: Das Spezialgerüst, von dem aus auch das Ei saniert wird, ist dann ja bereits gebaut.

Der Wasserturm wurde in den Jahren 1904/1905 von der Dortmunder Firma August Klönne im Auftrag der Städtischen Gas- und Wasserwerke Unna gebaut. Bis 1980 wurde er für die Wasserversorgung von Lanstrop, Derne, Mengede, Brambauer und Teilen Lünens genutzt.

Gebaut wurde der Turm, dessen Behälter rund 2000 Kubikmeter Wasser fasst, nachdem sich der Dortmunder Bergwerksdirektor Robert Müser mehrfach beim Wasserwerk beschwert und eine Kündigung des Liefervertrags angedroht hatte.

Denn aufgrund des hohen Wasserverbrauchs der umliegenden Zechen Gneisenau, Preußen, Scharnhorst und Minister Achenbach – unter anderem während der Duschzeiten der Bergleute – konnte die Wasserversorgung ohne einen Hochbehälter nicht mehr gewährleistet werden.

Schon lange trägt der Wasserturm den Spitznamen „Lanstroper Ei“, obwohl er eigentlich auf Greveler Grund steht und zudem gar nicht eiförmig ist.

Seit 1985 ist der Turm in die Denkmalliste eingetragen, bereits 1965 hatten Bernd und Hilla Becher ihn als Zeugnis der Industriearchitektur fotografiert.

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