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Staatskapelle bot Kino für die Ohren

Eine der jüngsten Musikerinnen des Festivals "Next generation II" war die Französin Lisa de la Salle. Vor drei Jahren hat sie das Festival eröffnet - ihre Liebe zu Liszt klang da schon an. Inzwischen ist aus ihr eine Virtuosin geworden. Mit 19 Jahren und imposanter Bravour spielte sie nun bei der "Sinfonie um vier" im Konzerthaus Liszts 1. Klavierkonzert und ließ aus dem brillanten Hexentanz auf den Tasten mit weichem Anschlag und Gespür für Lyrismen auch große Poesie klingen.

Eine sanfte und elegante Virtuosin ist die Französin - mit der Staatskapelle Weimar und deren Chefdirigenten Carl St. Clair, ein Meister der eleganten Überleitungen, hatte sie den denkbar besten Partner. Sehr schlüssig hatte das mehr als 500 Jahre alte Orchester das Programm zusammengestellt. Das Klavierkonzert wurde in Liszts Heimat Weimar uraufgeführt - mit dem Komponisten als Solist und Berlioz als Dirigent. Dessen "Symphonie fantastique" spielten die Weimarer nach der Pause, zu Beginn die "Tannhäuser"-Ouvertüre von Liszts Schwiegersohn Richard Wagner.

In gemächlichen Tempi ließ St. Clair den Pilgerchor in der Ouvertüre musizieren. Der satte, schöne Streicherklang und der kompakte Blechbläsersatz gehören zu den größten Qualitäten dieses Orchesters von Weltruf.

St. Clair, designierter Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, ist ein sehr präziser Dirigent. Etwas aufwecken musste er die Streicher noch in den "Träumereien", noch mehr Eleganz hätte man der Ballszene gewünscht, aber die Farbigkeit dieser Musik stellten die Weimarer heraus. Im Finale, dem effektreichen Hexensabbat, bot das Orchester dann Kino für die Ohren. Sowohl das Liszt-Konzert als auch die Symphonie fantastique hören Stammbesucher schon bald wieder: im 3. und 4. Philharmonischen Konzert. JG

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