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So weit die Räder tragen

16 0 00 Kilometer liegen zwischen London und Ulan-Bator. Das fährt man nicht mit dem Auto. Vor allem, wenn es sich dabei um einen VW Polo, Baujahr 1986, handelt. Lutz Grünke und Stefan Papsch machen es trotzdem.

«Wir haben was über die 'Mongol Rally' gelesen und dachten, dass das was für uns wäre.» Aus einem Studentenmund klingt das irgendwie plausibel. 200 Autos gehen am 21. Juli in London an den Start. Ihr Ziel: die mongolische Hauptstadt Ulan-Bator. «Es geht nicht darum, wer zuerst ankommt. Jedes Team muss vor dem Start mindestens 1500 Euro an Spenden gesammelt haben», erklärt Stefan Papsch.

Der 26-Jährige ist seit mehreren Wochen damit beschäftigt, Firmen abzutelefonieren, Serienbriefe zu erstellen und Messen zu besuchen. «Die Liste der Absagen ist lang, aber das war ja zu erwarten.» Dennoch sind die beiden Pfadfinder optimistisch, den Betrag rechtzeitig zusammen zu bekommen.

Die Spenden gehen allesamt an humanitäre Projekte in der Mongolei. Reparaturen am Auto, Verpflegung oder eventuelle «Entscheidungshilfen» für sture Grenzposten bezahlen die Studis aus eigener Tasche bzw. aus der Unterstützung von Sponsoren.

Ihr VW Polo von 1986 wurde privat bezahlt - «aber der kostete auch nur 300 Euro.» Nach der Zielankunft in der Mongolei wird er für einen guten Zweck versteigert und bringt dann hoffentlich mehr ein. Bis dahin muss der rote Renner durchhalten, da er auf allen Visa angemeldet ist. «Wenn wir den jetzt austauschen müssten, wäre die Sache gegessen», weiß Lutz Grünke.

Bereits zweimal hat die Mongol Rally stattgefunden. Die Erfahrungsberichte der früheren Teilnehmer waren für Stefan und Lutz hilfreich. Ihre ausgewählte Strecke führt die Studis durch Tschechien, die Ukraine, Russland, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisien. Für die Orientierung gibt es nur Kompass und Karte - GPS ist in Russland für Ausländer verboten. Außerdem hilft ein VW-Buch aus den 80er Jahren - ersteigert bei Ebay.

29 Tage hat das ungewöhnliche Gespann Zeit, Ulan-Bator zu erreichen. Für den Rückweg haben sich die beiden auch schon was überlegt: «Ein Flugzeug wäre unwürdig. Wir nehmen die transsibirische Eisenbahn.» dac

www.soweitdieraedertragen.de

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