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«Schüler waren unglaublich motiviert»

Nette Chance bekommen, Chance genutzt und jetzt einen Ausbildungsvertrag in der Tasche: Das gilt für 15 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule (HS) Nette, die im August 2006 ins Jahrespraktikum gestartet sind (wir berichteten). Immer donnerstags haben sie in Dortmunder Betrieben und Unternehmen, mit denen die Schule einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat, Biss und Durchhaltevermögen bewiesen und sich so eine berufliche Perspektive geschaffen. Lediglich fünf Schüler haben nicht das große Los gezogen, eine Schülerin hat sich trotz Zusage gegen die Lehrstelle entschieden.

Die Netter Hauptschule an der Dörwerstraße hat als erste Schule in Dortmund dieses innovative Kooperationsmodell getestet, mittlerweile hat es in unterschiedlichen Varianten auch an anderen Schulen Einzug gehalten.

Über den erfolgreichen Verlauf des Jahrespraktikums sprach RN-Redakteurin Beate Dönnewald mit Lehrerin Britta Österreicher (Foto), die das Pilotprojekt maßgeblich entwickelt, organisiert und betreut hat.

Frau Österreicher, 15 von 21 möglichen Ausbildungsplätzen - haben Sie mit dieser Erfolgsquote gerechnet?

Österreicher : Dass alle beteiligten Schüler das Ziel erreichen, das habe ich nicht zu hoffen gewagt. Aber wären es weniger gewesen, hätte mich das schon enttäuscht. Denn wir haben die Schüler ja sehr genau ausgewählt.

Dieser Erfolg motiviert doch sicherlich dazu, das Projekt zu wiederholen?

Österreicher : Auf jeden Fall, wir sind schon längst in die nächste Runde gestartet. Die zukünftigen Zehntklässler wurden bereits ausgewählt und den Firmen zugeordnet. Weil die Klassen deutlich kleiner sind als im Vorjahr, sind es diesmal 15 Teilnehmer.

Machen denn wieder alle Firmen mit?

Österreicher : Ja, und nicht nur die. Es haben sich auch neue Unternehmen bei uns gemeldet. Mittlerweile haben wir 26 in unserem Pool.

Besonders stolz sind wir darauf, dass auch Versicherungen und Rechtsanwälte dabei sind, die sonst nur Abiturienten einstellen.

Mittlerweile ist es doch so, dass Hauptschüler kaum noch in klassischen Hauptschulberufen eine Chance haben. Womit haben Ihre Schüler denn die zukünftigen Arbeitgeber überzeugt?

Österreicher : Sie haben ihre Chance gewittert und sind unglaublich motiviert an die Sache herangegangen. In den Vorjahren ist zu diesem Zeitpunkt immer eine große Lethargie in den Klassen ausgebrochen, weil die Schüler keine wirkliche Perspektive gesehen haben. Und wir waren uns sicher, dass wir viele fähige Schüler in unseren Reihen haben.

Und wie war die Resonanz der Eltern?

Österreicher : Die haben ihre Kinder sehr gut unterstützt und sich in aller Form bei uns bedankt. Das hat uns natürlich auch motiviert.

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