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Schmerzensgeld nach Abriss-Unfall

Mehr als dreieinhalb Jahre nach einem dramatischen Unfall bei Abrissarbeiten am "Dortmunder U" sind einem Rentner (68) jetzt 30 000 Schmerzensgeld und Schadenersatz zugesprochen worden. Das hat das Dortmunder Landgericht gestern bestätigt.

Es war der 6. Januar 2004, um kurz nach 12 Uhr. Der damals 64-jährige Mann war zu Fuß auf dem Bürgersteig der Brinkhoffstraße unterwegs. Zur selben Zeit waren am Gebäude der Dortmunder Union Brauerei die Abrissarbeiten in vollem Gange. Immer wieder schlug eine drei Tonnen schwere Fallbirne auf die schwere Betonkonstruktion des 36 Meter hohen Gebäudes ein. Der Kranfahrer, der die Abrisskugel steuerte, hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass plötzlich eine schon abgetrennte Eisenstange in die Tiefe stürzte.

Der Passant hatte keine Chance. Er erlitt einen Schädelbasisbruch sowie Brüche an Rippen und Armen. Hinzu kamen Quetschungen und Prellungen, eine Niere musste entfernt werden.

Schicksal? Keinesfalls. Ein Gutachter hatte vor der 4. Zivilkammer erklärt, dass die Baustelle am "Dortmunder U" nicht richtig abgesichert gewesen war. Eigentlich hätte vor dem Abrissgebäude eine Sicherheitszone von 54 Metern eingerichtet werden müssen. Das war jedoch nicht der Fall. Die Stadt hatte damals angeblich sogar angeordnet, die Brinkhoffstraße komplett zu sperren - inklusive Bürgersteig.

Vor Gericht haben sich die drei beteiligten Baufirmen aus Viersen, Bielefeld und Worms mit dem Rentner geeinigt. Ein Urteil war daher nicht mehr erforderlich. Den ursprünglich ebenfalls verklagten Kranführer trifft kein Verschulden. Die Abrissarbeiten selbst seien ordentlich durchgeführt worden, heißt es. Jörn Hartwich

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