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Richter befragten Richter

Im Prozess um den tödlichen Badeunfall des 14-jährigen Schülers Mohamed Hida vor vier Jahren im Hardenberg-Freibad mussten gestern Richter und Staatsanwälte in den Zeugenstand treten.

Wie berichtet muss sich seit einer Woche auch der frühere technische Leiter der Bad & Sport GmbH wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte soll es versäumt haben, den Schwimmmeister des Deusener Freibades in den korrekten Betrieb der Pumpenanlage einweisen zu lassen. Mohamed war am 1. Juni 2003 unter Wasser mit dem Bein in ein ungesichertes Pumpenrohr geraten und hatte sich wegen des Soges nicht mehr befreien können. Die Pumpe hätte so gar nicht in Betrieb sein dürfen.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet darüber hinaus auf Meineid. Der 50-jährige Angeklagte soll im Prozess gegen den Schwimmmeister sowie Ex-Bäder-Chef Michael Libor gelogen und diese Aussage auch noch beschworen haben. Die Mindeststrafe bei Meineid beträgt ein Jahr Haft.

Nicht nur aus diesem Grund würde die Verteidigung diesen Anklagepunkt gerne tilgen - und versucht deshalb mit allen Mitteln, die angeblich falsche Zeugenaussage von damals zu erschüttern. Wurde der 50-Jährige seinerzeit überhaupt korrekt über seine Rechte und Pflichten als Zeuge aufgeklärt? Zur Klärung dieser Frage traten gestern gleich mehrere Personen in den Zeugenstand, die im Gerichtssaal sonst einen anderen Platz einnehmen.

Den Anfang machte der Richter des Libor-Prozesses, Helmut Kittel. Auf die Frage seines Kollegen, ob er sich an die Belehrungs-Situation noch erinnern könne, sagte er nur: "Das Ganze liegt doch schon so lange zurück." Auch Staatsanwalt Heiko Artkämper schlüpfte später in die Rolle eines Zeugen. Er ist sich sicher: Die Belehrung war korrekt, der heute Angeklagte schwor einen Meineid und muss deshalb bestraft werden.

Der Prozess wird fortgesetzt. von

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